Bahn will Videoaufzeichnungen auf Bahnhöfen ausbauen

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Nach dem Fund eines Sprengsatzes im Bonner Hauptbahnhof will die Deutsche Bahn die Sicherheitsvorkehrungen verschärfen. Man wolle mehr Videoaufzeichnungen und damit eine bessere Verfolgung von Straftaten auf Bahnhöfen, sagte Konzernchef Rüdiger Grube der "Bild am Sonntag". Im Februar werde ein Sicherheitsgipfel stattfinden, an dem Vertreter von Bund und Ländern sowie Datenschützer teilnehmen sollten. Die Zusammenarbeit mit den Behörden solle besser werden, sagte Grube.

Reisende entgingen vor zwei Wochen im Bonner Hauptbahnhof möglicherweise einer Katastrophe, weil eine mit Sprengstoff gefüllte Tasche auf dem Bahnsteig nicht explodierte. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass es sich um einen Anschlagsversuch von Islamisten handelte. Auf dem Bahnhof gab es wegen eines Streits zwischen Bahn und Bundespolizei um die Kostenübernahme keine Aufzeichnung der Überwachungskameras.

Der Sicherheitschef der Bahn warnte unterdessen davor, sich von einer stärkeren Videoüberwachung zuviel zu versprechen. Kameras könnten bei der Aufklärung helfen, seien aber kein geeignetes Mittel, Straftaten zu verhindern, sagte Gerd Neubeck der Zeitung "Welt am Sonntag". Das Beispiel London, wo es eine nahezu flächendeckende Videoüberwachung öffentlicher Einrichtungen und Plätze gibt, zeige, das Fanatiker damit nicht von ihren Plänen abgehalten werden könnten. Die Bekämpfung des Terrorismus könne nicht in deutschen Bahnhöfen stattfinden. Das Problem müsse man an der Wurzel angehen, dort, wo die Ursachen liegen.

ORT: BONN

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