Einziger überlebender Mumbai-Attentäter hingerichtet

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21. November 2012

Diese Bilder gingen im November 2008 um die Welt. Attentäter greifen die indische Finanzmetropole Mumbai an. Die zehn Islamisten aus Pakistan nehmen unter anderem zwei Luxushotels sowie den Hauptbahnhof der Millionenstadt ins Visier. Drei Tage dauert die Anschlagsserie, die Attentäter töten 166 Menschen, fast 60 von ihnen werden allein im Bahnhof erschossen. Nur ein einziger der zehn Attentäter überlebte und konnte festgenommen werden. Kurz vor dem vierten Jahrestag der Anschläge wurde er nun hingerichtet. Der Mann aus Pakistan starb am Mittwochmorgen in diesem Gefängnis, in Pune durch den Strang, wie die Behörden mitteilten. Ein Gnadengesuch hatte Indiens Präsident Pranab Mukherjee zuvor abgelehnt.

Auf den Straßen Mumbais wurde die Nachricht mit Erleichterung aufgenommen.

O-ton ("Auch wenn die Entscheidung, ihn zu hängen, verzögert wurde, war es eine gute Entscheidung", sagt dieser Mann. "Das ist im Interesse des Volkes.")

Nachdenklichere Töne kommen vom Mitbesitzer des Café Leopold, Farzad Jehani. Sein weltberühmtes Café war am 26. November 2008 ebenfalls angegriffen worden. Mit Granaten und Sturmgewehren. Acht Menschen kamen dabei ums Leben, zahlreiche wurden verletzt. Keine Strafe der Welt könne den Verlust von Menschenleben wieder gut machen, sagt Jehani.

O-ton ("Wie können wir das Leben der Hinterbliebenen verbessern? Was machen wir mit denen, die verwundet wurden und heute noch Albträume haben. All das kann man nicht ändern.")

Mit der Hinrichtung des einzigen überlebenden Mumbai-Attentäters hat Indien erstmals seit 2004 die Todesstrafe vollzogen. Das nationale Trauma nach den Anschlägen dürfte aber noch lange nicht überwunden sein.

ORT: MUMBAI (INDIEN), ARCHIV

KEYWORD: MUMBAI, ANSCHLÄGE, TODESSTRAFE, HINRICHTUNG, BOMBAY



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