Ägypter entscheiden über umstrittenen Verfassungsentwurf

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Im ägyptischen Giza haben sich bereits am frühen Samstag Morgen lange Schlangen vor den Wahllokalen gebildet.


In Ägypten hat die zweite und zugleich letzte Runde der Volksabstimmung über den umstrittenen islamistisch geprägten Verfassungsentwurf begonnen.

Die Wahllokale öffneten pünktlich um 7.00 Uhr MEZ, an der Reihe war diesmal die Landbevölkerung.

Es wird mit einer deutlichen Zustimmung gerechnet, denn in den Dörfern und Kleinstädten haben die Islamisten um Präsident Mohammed Mursi einen noch stärkeren Rückhalt als in den Großstädten.

Dort hatten vor einer Woche noch nicht bestätigten Ergebnissen zufolge 57 Prozent der Wähler für den Verfassungstext gestimmt. Die Opposition läuft gegen das Regelwerk Sturm.

Mohamed Abu Al-Ghar ist Mitglied der Nationalen Rettungsfront, ein Zusammenschluss der wichtigsten Oppositionsparteien. Er kündigt weiteren Widerstand an:

O-Ton Mohamed Abu Al-Ghar: "Die Nationale Rettungsfront wird weiter gegen diese Verfassung kämpfen, so dass sie geändert werden kann. Der Präsident und die Regierung wollten eine Liste der Fehler in der Verfassung aufstellen, so dass diese in der ersten Sitzung des Parlaments korrigiert werden können. Wir werden damit fortfahren, alle Fehler zu enthüllen, bis sie richtig gestellt werden und werden uns auch gleichzeitig auf Parlamentswahlen vorbereiten."

Die Wahllokale sollen um 18.00 Uhr (MEZ) schließen. Bei großem Andrang können sie aber länger geöffnet bleiben.


Die Debatte um die Verfassung hat das bevölkerungsreichste arabische Land in eine tiefe politische Krise gestürzt. Immer wieder kommt es zwischen Anhängern und Gegnern Mursis zu gewaltsamen Zusammenstößen.

Frauen und Minderheiten wie Christen sehen ihre Rechte beschnitten. Die Islamisten betrachten das neue Grundgesetz dagegen als einen entscheidenden Schritt in Richtung Demokratie. Die Verabschiedung einer Verfassung ist die Vorraussetzung für Parlamentswahlen.

ORT: GIZA, ÄGYPTEN

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