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Italien nach Montis Rücktritt - Wie geht es weiter?

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22. Dezember 2012


Nach dem Rücktritt von Italiens Ministerpräsident Mario Monti sind die Reaktionen in Rom gemischt. Viele Römer wünschen sich, dass der frühere EU-Kommissar ein wenig länger durchgehalten hätte:

VOXPOP: "Hat er mit seinem Rücktritt das Richtige getan? Tja, vielleicht ja. Aber er hätte ruhig ein bisschen länger bleiben können, wenigstens bis zu den Wahlen."

VOXPOP: "Wenn um Monti geht, denke ich schon, dass er einiges geschafft hat. Wer auch immer die Regierung führt, wird sowieso kritisiert. Meiner Meinung nach war es falsch, dass er zurückgetreten ist, ich glaube, das war eine schlechte Entscheidung. Aber wir müssen uns auch mit dem befassen, der vor ihm da war, die Dinge, die er getan hat, viel schlimmere Dinge. Wir können nur hoffen, dass der nächste es besser macht, aber ich bin jedenfalls nicht froh, dass Monti zurückgetreten ist."

Monti hatte den Staatspräsidenten am Freitagabend um seine Entlassung gebeten. Kurz zuvor hatte das Parlament den Haushalt für das kommende Jahr verabschiedet. Dies war von Monti zur Voraussetzung für seinen Rücktritt gemacht worden. Die voraussichtlich Ende Februar staatfindenden Neuwahlen entscheiden über die künftige Reformpolitik des hoch verschuldeten Euro-Landes: Angesichts der Comeback-Pläne des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi befürchten die heimische Wirtschaft und die Europäischen Partner eine Abkehr des unter Monti eingeschlagenen Sparkurses.


Monti hält sich bislang zu seinen eigenen Ambitionen bedeckt. Es wird erwartet, dass er sich bei einer Pressekonferenz am Sonntag zu der Frage äußert, ob er antritt. Präsident Giorgio Napolitano kündigte an, ab Samstag mit den Spitzenvertretern der Parteien über das weitere Vorgehen zu beraten. Napolitano dürfte in den kommenden Tagen das Parlament auflösen. Als wahrscheinlicher Wahltermin gilt der 24. Februar.

ORT: ROM, ITALIEN