Madrid: Migranten erklimmen Dach aus Protest gegen Internierung

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In Madrid haben in der Nacht auf Mittwoch rund 40 Migranten und Flüchtlinge gegen ihre Internierung und die Zustände im Aufnahmelager Aluche protestiert. Sie verbarrikadierten sich auf dem Dach, riefen auf Spanisch nach “Freiheit” und kamen erst nach 12-stündigen Verhandlungen am Mittwochmorgen wieder herunter. Verletzte gab es keine.

Spanien bringt Personen ohne Papiere in insgesamt sieben über das Land verteilten Einrichtungen unter, bis über ihre Anträge entschieden ist. Kritiker sprechen von Gefängnissen, die hygienischen Zustände gelten als sehr schlecht, zudem sind die Aussichten der Antragsteller meist ungewiss.

Medienberichten zufolge befürchteten die Protestierenden zudem ihre Abschiebung. Dabei handele es sich vor allem um Personen aus dem Maghreb. Rund 50 von ihnen hätten zuvor versucht, zu fliehen und seien von der Polizei daran gehindert worden, so die Zeitung El País. Daraufhin hätten sie fünf Aufseher überwältigt und seien auf das Dach geklettert.

Die Madrider Stadtverwaltung, seit 2015 von Podemos und den Sozialisten regiert, kritisiert die Praxis der Aufnahmelager insgesamt: “Dieses Internierungszentrum ist ein gescheitertes Experiment, die Bürgermeisterin von Madrid hat das schon vor eine Paar Monaten gesagt”, so der Sprecher für Sicherheitsfragen der Stadt, Javier Barbero. Er war noch in der Nacht zur Aufnahmeeinrichtung gekommen. “Diesen Leuten wird Freiheit wegen eines administrativen Problems vorenthalten, ich finde nicht, dass das gerecht ist. Wichtig sind jetzt die Gesundheit und die Sicherheit der Menschen da drin.”

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