Menschenrechtler fürchten Massaker in Mali

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28. Januar 2013

Mit dem Vormarsch einheimischer und französischer Truppen in Mali mehren sich der Berichte über Menschenrechtsverletzungen.

Nach Angaben von Human Rights Watch sollen auch in Sevare mehrere Menschen von malischen Soldaten erschossen worden sein, nachdem die Ortschaft von islamistischen Kämpfern zurückerobert wurde.

Philippe Bolopion von Human Rights Watch: "Die Leute haben Angst zu sprechen. Sie sagen, das malische Militär sei durch den Ort gegangen und habe angeordnet, niemand dürfe sprechen. In so einer Stimmung ist es schwer, diese Fälle zu untersuchen. Fakt ist: Wir haben in Brunnen rund um Sevare mehrere verweste Leichen gefunden. Und die malische Polizei scheint die Fälle nicht zu untersuchen, geschweige denn die Leichen für eine Autopsie aus den Brunnen holen zu wollen. Sie geben nicht einmal vor, eine Untersuchung durchzuführen."

Bolopion fürchtet, das sich ähnliche Vorfälle wiederholen könnten: "Das Risiko gilt jetzt auch für Gao und Timbuktu. Auch dort könnte es Leute geben, die zur Selbstjustiz greifen wollen, und das das malische Militär einige Leute aufgreift und sie an Ort und Stelle erschießt."

In Timbuktu haben islamistische Rebellen vor ihrer Flucht eine Bibliothek mit unschätzbaren alten Handschriften in Brand gesetzt. Die Aufständischen hätten das Gebäude vor vier Tagen angezündet, berichtete der Bürgermeister der Stadt am Montag. Wie viele der mehr als 20.000 Manuskripte zerstört sind, konnte er nicht sagen. Einige der Handschriften stammen aus dem 13. Jahrhundert.

ORT: SAVARE, TIMBUKTU, MALI

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