Papst-Bruder Georg hofft auf mehr gemeinsame Zeit

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11. Februar 2013

Bundespräsident Joachim Gauck hat den Entschluss des Papstes, sein Amt niederzulegen, am Montag in Berlin als mutig bezeichnet.

"Für diesen historischen, höchst seltenen Entschluss sind großer Mut und Selbstreflexion nötig, beides findet meinen außerordentlichen Respekt. Ich finde in dieser Geste auch den Mann wieder, den ich vor kurzem erst bei einem langen Besuch persönlich kennenlernen durfte. Sein Glaube, seine Weisheit und seine menschliche Bescheidenheit haben mich tief beeindruckt.

"In Respekt vor seinem Entschluss, wünschen wir ihm einen erfüllten und gesegneten Lebensabend."

Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, würdigte die Entscheidung und die Lebensleistung Benedikts:

"Die Nachricht vom Rücktritt unseres heiligen Vaters bewegt mich tief. Papst Benedikt gibt aller Welt ein leuchtendes Beispiel wirklichen Verantwortungsbewusstseins und lebendiger Liebe zur Kirche. Christus hat ihm durch die Kardinäle das Petrusamt anvertraut. In der Stunde, in der seine Kräfte zu gering werden, um der Kirche den erforderlichen Dienst zu erweisen, legt er dieses Amt zurück in Gottes Hände.

Ja, Papst Benedikt war in vielerlei Hinsicht ein Pontifex, ein Brückenbauer. Er wollte Brücken bauen zwischen Glauben und Vernunft, Brücken hin zu Gott, Brücken zwischen Konfessionen und Religionen, um so dem Frieden in der Welt den Weg zu bereiten und dem Reich Gottes Wachstum zu schenken."

Der Bruder des Papstes, Georg Ratzinger, hat bereits vorab per Telefon von der Entscheidung seines Bruders erfahren.

"Ich war etwas überrascht, ich war sehr überrascht, aber ich seh´ das ein, aus diesen Erwägungen heraus, dass er allein seine körperlichen und geistigen Kräfte abschätzen kann, und er allein auch das Amt, das er verwaltet hat, bewerten kann, und aus diesem Bewerten heraus hat er eine verantwortungsvolle Entscheidung getroffen, die ich respektiere."

Nun hofft Georg Ratzinger auf mehr gemeinsame Zeit im Urlaub mit seinem Bruder.

"Er bleibt natürlich in Rom, das ist sicher, und wenn ich im Urlaub bin, dann hat er vielleicht mehr Zeit. Das war jetzt auch so, im Urlaub, wenn ich unten war, war die gemeinsame Zeit auch sehr beschränkt auf Zelebrationen am Morgen, Frühstück, Mittag, Abend. In der Zwischenzeit war er immer im Geschirr. Im Urlaub wird es leichter werden. Aber wenn ich in Regensburg bin und er in Rom ist, sprechen wir regelmäßig per Telefon zusammen."

Papst Benedikt XVI. wird am 28. Februar zurücktreten, wie er am Montagmorgen bekanntgab. Nach Angaben seines Sprechers wird der Papst anschließend zunächst in die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo reisen und sich später in ein Kloster im Vatikan zurückziehen.

ORT: FREIBURG, BERLIN, REGENSBURG

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