Philippinischer Präsident Duterte geht auf China zu – Ausschreitungen in Manila

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In der philippinischen Hauptstadt Manila ist die Polizei gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. Ein Polizeifahrzeug überfuhr dabei mehrere Menschen. Mehrere hundert Demonstranten hatten sich zu anti-amerikanischen Protesten vor der US-Botschaft in Manila versammelt und das Gebäude mit Farbbeuteln beworfen. Mit den Aktionen wollten sie nach eigenen Angaben gegen die Präsenz der US-Armee auf der südphillipinischen Insel Mindanao protestieren.

#3Novices : Police van drives into anti-American protesters at US embassy in Manila https://t.co/n54xzWY5rl Anti-American protests turned …— 3Novices Australia (@3novicesSydney) 19 October 2016

Ein Sprecher einer linksgerichteten Gruppe von Aktivisten erklärte, mindestens zehn Demonstranten seien in Krankenhäuser eingeliefert worden. Es habe 29 Verhaftungen gegeben.

Unterdessen will der philippinische Präsident Rodrigo Duterte im Streit um Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer auf China zugehen. Man wolle über Freundschaft und über Geschäfte sprechen, erklärte Duterte nach Angaben der staatlichen chinesischen Agentur Xinhua zu Beginn seines ersten Staatsbesuchs in China. Es sei besser zu reden als Krieg zu führen.

Peking lobte einen “freundlich” auftretenden Duterte

China praises ‘friendly’ Duterte during visit https://t.co/3K8q34hrY5 | AFP #DuterteinChina pic.twitter.com/Klap9LNiSN— Inquirer (inquirerdotnet) 19 October 2016

Knapp eine Woche vor seiner Ankunft in Peking hatte Duterte dem chinesischen Staatsfernsehen ein Interview gegeben:

“Warum ich mich von den USA abwende? Ich wende mich nicht ab, sondern möchte einfach nur freundlich gegenüber jedem sein. Also werdet Ihr mich nicht von Geschäften in China abhalten. Kurz gefasst möchte ich von einem entscheidenden Moment sprechen.”

Im Juli hatte Manila gegen Peking vor dem Den Haager Schiedsgerichtshof triumphiert, der einen Großteil der chinesischen Hoheitsansprüche in dem Seegebiet für nichtig erklärte. Peking erkennt den Schiedsspruch jedoch nicht an. China streitet seit Jahren mit mehreren Anrainerstaaten um Gebietsansprüche.

#NEWSGRAPHIC Soutch China sea looms over Duterte visit to China AFP https://t.co/E0xBtYsTKo pic.twitter.com/9qJ9jsBnue— AFPgraphics (AFPgraphics) 19 October 2016

Duterte hatte bereits vor seinem Eintreffen in Peking deutlich gemacht, dass er sich von seiner Chinareise eine Reihe neuer Handelsabkommen erhofft. Er wird von einer großen Unternehmerdelegation begleitet.

Im vergangenen Sommer nannte Duterte US-Präsident Barack Obama einen “Hurensohn”, der “zur Hölle fahren” solle. Washingtons Kritik an außergesetzlichen Erschießungen von Verdächtigen im Drogenkrieg der Philippinen wies Duterte zurück. Durch die Aussetzung gemeinsamer Patrouillen im umstrittenen Südchinesischen Meer vor zwei Wochen verschärften die Philippinen den Streit mit den USA, die traditionell Verbündete des Inselstaates sind.

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