Rückendeckung für Schavan

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6. Februar 2013


Unterstützung von der Chefin: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Bildungsministerin Annette Schavan auch nach der Aberkennung des Doktortitels Rückendeckung gegeben. Die Kanzlerin habe "volles Vertrauen" in Schavan, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin.

Schavan werde ihre Südafrika-Reise wie geplant fortsetzen. Nach der für Freitagabend geplanten Rückkehr bestehe die Möglichkeit, in Ruhe miteinander zu reden.

Kaum jemand aus der Bundesregierung, der am Mittwoch nicht auf dieses Thema angesprochen wurde. So etwa die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, die auf die langjährige Arbeit Schavans als Kultus- und Bildungsministerin in Baden-Württemberg und im Bund verwies.

O-Ton Maria Böhmer:

"Und ich finde, wenn es darum geht, dann ist das die Messlatte, an der man sich zu orientieren hat. Ich wünsche mir, dass wir auf Annette Schavan lange setzen können als erfolgreiche Ministerin."

Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble blieb nicht ungefragt. Als er in Berlin über seine Trennbanken-Gesetzespläne informierte, nahm er auch kurz Stellung zur Debatte um seine Kabinettskollegin.


O-Ton Wolfgang Schäuble:

"Ich hab verstanden, dass die Kollegin Annette Schavan im Moment eine wichtige Reise in Südafrika absolviert und ich finde, wir sollten ihr Gelegenheit geben, erstens, diese Reise zum Abschluss zu bringen, und dann Stellung zu nehmen, zu dem, was die Universität Düsseldorf gestern veröffentlicht hat."

Schavan erklärte tatsächlich am Mittwoch Morgen in Südafrika, sie werde die Entscheidung der Uni nicht akzeptieren und dagegen klagen.

Der Spitzenkandidat der Grünen für die Bundestagswahl, Jürgen Trittin, vermutet dahinter wahltaktische Überlegungen.

O-Ton Jürgen Trittin:

"Der Klage ist wenig Aussicht auf Erfolg beschieden. Sie hat also wohl vornehmlich die Funktion, sich ohne eine Kabinettsumbildung über die Bundestagswahl zu retten."

Der Rat der Philosophischen Fakultät der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität hatte der Bundesbildungsministerin zuvor den Doktortitel entzogen. Zur Begründung hieß es, Schavan habe systematisch und vorsätzlich gedankliche Leistungen vorgegeben, die sie in Wirklichkeit nicht selbst erbracht habe.

OORT: BERLIN (DEUTSCHLAND), JOHANNESBURG (SÜDAFRIKA)

KEYWORD: ANNETTE SCHAVAN, DOKTOR, ABERKENNUNG, MERKEL, TRITTIN, SCHÄUBLE


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