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Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe bei Organ-Transplantationen

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2. Januar 2013

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Der Skandal um Manipulationen der Wartelisten für Organ-Empfänger zieht weitere Kreise: Auch am Universitätsklinikum Leipzig kam es zu Unregelmäßigkeiten.

Die Staatsanwaltwaltschaft schaltete sich am Mittwoch ein, nachdem die Klinik am Neujahrstag bekannt gegeben hatte, dass bei einer erheblichen Anzahl Patienten, die auf ein Spender-Organ warteten, die Krankenakte gefälscht wurde.


Damit wurden die Patienten in der Warteliste für Organ-Empfänger höher gestuft. Der Direktor der Transplantationschirurgie sowie zwei Oberärzte wurden von der Klinikleitung von ihren Aufgaben entbunden.


Wolfgang Fleig, medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig:

"Ich kann im Moment Absicht weder ausschließen noch nachweisen. Ich kann Ihnen auch nicht die Hand ins Feuer dafür legen, weil das letztendlich auch dann eine Frage für die Staatsanwaltschaft ist, ob da möglicherweise Geld geflossen sein könnte. Ich würde aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt und aus meiner Kenntnis der Situation, aus der Kenntnis der Art der Patienten und aus meiner Kenntnis der Personen, mit denen wir es hier auf ärztlicher Seite zu tun haben, das für relativ ausgeschlossen halten, dass hier Geld geflossen ist. / Wir haben derzeit jetzt die Personen, die dafür Verantwortung tragen, von ihren Verpflichtungen im Krankenhausbetrieb beurlaubt und werden über die weiteren Konsequenzen dann sprechen, wenn wir noch ein bisschen präziser Bescheid wissen."

Auch in den Universitätskliniken von Göttingen und Regensburg stehen Mediziner in Verdacht, mit falschen Angaben die Priorität für Transplantationen bestimmter Organ-Empfänger erhöht zu haben. Eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums erklärte dazu, bislang seien zehn von 47 Transplantationszentren in Deutschland überprüft worden. Dabei seien in den nun drei bekannten Fällen Auffälligkeiten herausgekommen. Im Laufe des Jahres sollten weitere Kliniken überprüft werden.

Die Hospiz-Stiftung, die sich für Patientenrechte einsetzt, machte für den Skandal auch politisches Versagen verantwortlich, weil Kontrollen privaten Akteuren überlassen würden. Nötig sei eine unabhängige Kommission, deren Mitglieder nicht am Transplantationssystem beteiligt seien.

ORT: LEIPZIG