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T-Online, GMX und Web.de verschlüsseln Kunden-E-Mails wegen Spähaffäre

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9. August 2013


Die deutsche Telekommunikations-Industrie zieht Konsequenzen aus den Spähaffären und will die Sicherheit des E-Mail-Verkehrs erhöhen. Ab sofort werde die komplette elektronische Post von Kunden des Branchenführers Deutsche Telekom und von United Internet verschlüsselt, sagten deren Vorstandschefs Rene Obermann und Ralph Dommermuth am Freitag in Berlin. Bei den Unternehmen, die die Portale T-Online, GMX und web.de betrieben, liegen etwa zwei Drittel der rund 60 Millionen elektronischen Postfächer der Deutschen.

"Ab sofort werden E-Mails zwischen T-Online, zwischen web.de und GMX, immerhin zwei Drittel der deutschem Mailaccounts verschlüsselt übertragen. Wir machen den Transport des Mailverkehrs in Deutschland sicherer, und das kostenlos für unsere Kunden."

Die "E-Mail-Made-in-Germany" stehe auch weiteren Firmen offen, die sich den Sicherheits-Standards verpflichteten.

"Damit können wir für einen Absender immer sicherstellen, dass der Empfänger, also dass die gesamte Strecke verschlüsselt ist. Ich glaube, das ist der wichtige Teil der Initiative, dass wir nicht partiell SSL-verschlüsseln, das gibt es ja heute schon, sondern dass wir auf der gesamten Strecke die Verschlüsselung sicherstellen."

Der E-Mail-Nutzer bei den Unternehmen muss keine Einstellung ändern: Der Datentransport zwischen den Servern in Deutschland wird automatisch verschlüsselt. Die Daten werden in sicheren Rechenzentren in Deutschland gespeichert. Nach Unternehmensangaben wird zudem eine Kennzeichnung eingeführt, so dass Empfänger sehen, ob die Email-Adressen den Standards des Verbunds entsprechen.

Für den IT-Experten Hauke Laging geht der Sicherheits-Vorstoß nicht weit genug: "Technisch gesehen wurde hier nur ein Problem gelöst, was man vor langer Zeit hätte lösen müssen, was eines der kleineren Probleme im Zusammenhang mit E-Mail-Versand ist. Es geht da ausdrücklich nicht - also das behaupten die auch nicht, aber das muss man sich klar machen - um den Versand verschlüsselter E-Mails, sondern um den verschlüsselten Versand normaler E-Mails. Das funktioniert naturgemäß auch nur zwischen diesen Unternehmen, die natürlich einen Großteil des deutschen E-Mail-Verkehrs abdecken."

Telekom und United Internet wiesen darauf hin: Wer von anderen Anbietern aus Mails verschicke, müsse dort die Verschlüsselung gesondert aktivieren. Auch im internationalen Datenverkehr könne die Sicherheit nur garantiert werden, wenn die Server in Deutschland stünden. Die Telekom nannte das System "nach allem menschlichen Ermessen" sicher.

ORT: BERLIN