Unglück auf Flüchtlingsboot vor Ägypten: 450 Passagiere, 150 Überlebende

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Drei Tage nach dem Untergang eines überladenen Flüchtlingsbootes vor der ägyptischen Küste ist die Zahl der bestätigten Ertrunkenen auf mindestens 148 gestiegen. Unter den Toten sollen viele Frauen und Kinder sein.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks waren mindestens 450 Menschen Bord des Kutters, die meisten davon Ägypter und Sudanesen. Sie waren mit Ziel Italien in See gestochen.

Etwa 150 Menschen wurden bislang lebend gerettet. “Ich habe einen kleinen Jungen im Wasser treiben gesehen, also habe ich ihn mir an den Gürtel gebunden”, berichtet ein Überlebender in einem Krankenhaus. “Ich wollte ihn festhalten, damit seine Leiche nicht für immer verloren geht. Mit seinem leichten Gewicht hat er mich im Meer nicht belastet, also hab ich ihn bis zum Ende festgehalten.”

Die Behörden setzten viele der Geretteten vorläufig fest, einige sind mit Handschellen an ihre Krankenhausbetten gefesselt – wegen illegaler Ausreise, wie es hieß, oder weil Ermittungen zu den Verantwortlichen anstehen. Unter den Festgenommenen sollen auch vier mutmaßliche Schlepper sein.

“Wir waren zwischen 450 und 500 Passagiere an Bord, es war überladen”, sagt einer der Festgenommenen. “Um zwei Uhr Nachts fing es an zu wanken und um fünf Uhr kenterte es endgültig. Die, die schwimmen konnten haben überlebt, die anderen sind ertrunken.”

euronews-Reporter Mohammed Shaikibrahim, in Rashid-City: “Anspannung, Trauer und Schock, so lässt sich die Situation der Familien hier beschreiben, während die Rettungsaktion unter Beteiligung der Marine und örtlicher Fischer noch läuft. Die Krankenhäuser in den nahegelegenen Küstenstädten sind in Bereitschaft versetzt.”

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