Viel Kritik für Trump am Martin Luther King Day

Donald Trump, Vizepräsident Mike Pence und Innenminister David Bernhardt besuchten am Montag das Martin-Luther-King-Denkmal in Washington. (Bild: Evan Vucci/AP Photo)

Es hagelt schwere Kritik an Donald Trump und seiner Administration anlässlich des Martin-Luther-King-Gedenktages. Auch die Kinder der 1968 ermordeten Bürgerrechtsikone meldeten sich zu Wort.

Nachdem US-Präsident Trump bereits im vergangenen Jahr mit dem Fehlen einer offiziellen Veranstaltung anlässlich des Martin-Luther-King-Gedenktages für Empörung sorgte, stößt das Verhalten des Republikaners auch in diesem Jahr erneut auf Kritik. Stein des Anstoßes ist ein Besuch des Präsidenten beim Martin-Luther-King-Denkmal in Washington, gemeinsam mit Vizepräsident Mike Pence und Innenminister David Bernhardt. Der Auftritt erfolgte ohne vorherige Ankündung, womöglich als Reaktion auf erneute Kritik daran, dass vorab erneut kein Event im Weißen Haus geplant war.

Laut Medienberichten habe Trumps Besuch mit Kranzniederlegung nur zwei Minuten gedauert. Er habe sich kurz an die anwesende Presse gewandt: “Guten Morgen alle zusammen. Es ist ein toller Tag. Es ist ein schöner Tag. Und danke Ihnen, dass Sie hier sind. Ich schätze das”, so der US-Präsident. Martin Luther King selbst, dessen Gedenktag jährlich am dritten Montag des Januars begangen wird, erwähnt er hingegen nicht. Fragen ließ Trump bei dem Kurzbesuch ebenfalls keine zu.

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Kritik an Pence von Kings Kindern

Auch Vizepräsident Mike Pence sorgte für Kritik. Pence hatte Trump bereits am Sonntag in einem Interview mit King verglichen. “Man denkt daran, wie er Amerika verändert hat”, so Pence. “Er inspiriert uns dazu, durch den legislativen Prozess eine perfektere Einheit zu werden. Das ist genau das, was Präsident Trump vom Kongress möchte: dass wir uns im Geiste des guten Willens an einen Tisch setzen. Wir werden unsere Grenzen sichern und die Regierung wiedereröffnen.”

Daraufhin meldete sich der Sohn Kings, Martin Luther King III zu Wort. “Martin Luther King Jr. war ein Brückenbauer, kein Errichter von Mauern. Martin Luther King Jr. hätte gesagt, dass Liebe, nicht Hass, Amerika groß machen wird.”

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Kings jüngste Tochter Bernice King kritisierte den US-Präsidenten. (Bild: Annie Rice/Atlanta Journal-Constitution via AP)

Auch Kings jüngste Tochter Bernice King kommentierte den Vergleich von Pence ebenfalls. Die Trump-Administration würde die Worte ihres Vaters “für ihre eigenen Absichten” missbrauchen, sagte sie auf einem Gedenkgottesdienst in Atlanta. “Eines meiner Lieblingszitate von Dr. King ist ‘Jetzt ist es an der Zeit, die Versprechungen der Demokratie wahr werden zu lassen’”, erklärte Bernice King – eben eines von denen, die Pence genutzt hatte.

Tweet von Sarah Sanders sorgt für Empörung

Trumps Pressesprecherin Sarah Sanders sorgte indes mit einem Tweet für Empörung. In ihrem Posting, mit dem Sanders King offensichtlich Tribut zollen wollte, benutzte sie eine Formulierung, die vielen Nutzern des Kurznachrichtendienstes missfiel: Sanders schrieb, King hätte für den Kampf gegen Rassenungleichheit “sein Leben gegeben”.


“Heute ehren wir einen großen Amerikaner, der sein Leben dafür gegeben hat, das Unrecht der Rassenungleichheit zu bekämpfen. Unser Land ist durch seine Inspiration und sein Opfer besser geworden”.

Viele Twitter-User wollten dies nicht unkommentiert stehen lassen. So wies sie ein Nutzer vehement darauf hin, dass King nicht freiwillig sein Leben ließ, sondern ermordet wurde.


“‘Sein Leben gegeben?’ Oh Mädchen, er wurde brutal ermordet im Kampf gegen Rassismus und Ungleichheit. ERMORDET!”

Auch andere Twitter-Nutzer übten vehement Kritik an Sanders.


“‘Gegeben?’ Sind Sie sicher, dass das die richtige Wortwahl ist? Die Wortwahl zählt, und das hier ist im besten Fall Revisionismus.”


“Ich schlage ihnen vor, dass Sie von diesem Tag die Finger lassen. Sie repräsentieren das genaue Gegenteil von allem, wofür dieser großartige Mann, MLK, stand und kämpfte.”

Bernie Sanders bezeichnet Trump als Rassisten

Bernie Sanders teilte bei seiner Rede im South Carolina Statehouse in Columbia, South Carolina, heftig gegen den Präsidenten aus. (Meg Kinnard/AP Photo)

Der US-Demokrat Bernie Sanders bezeichnete auf einer Veranstaltung der “National Association for the Advancement of Colored People” (NAACP) in Columbia, South Carolina, Trump als “Rassisten”: “Heute sprechen wir über Gerechtigkeit und heute sprechen wir über Rassismus, und ich muss Ihnen sagen, dass es mir keine Freude bereitet, Ihnen zu erklären, dass wir jetzt einen Präsidenten der Vereinigten Staaten haben, der ein Rassist ist”, wetterte er.

“Wir haben einen Präsidenten, der etwas getan hat, was kein anderer Präsident in der jüngeren Geschichte getan hat. Was ein Präsident tun muss, ist, uns zusammenzubringen. Und wir haben einen Präsidenten, der absichtlich und bewusst versucht, uns durch die Farbe unserer Haut, durch unser Geschlecht, unseren Geburtsort, unsere Religion zu trennen.”

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