Viele kannten ihn: Mafioso lebte 16 Jahre als Pizzabäcker in Frankreich

Viele kannten ihn: Mafioso lebte 16 Jahre als Pizzabäcker in Frankreich

Die Festnahme eines seit 16 Jahren gesuchten Mafioso in St. Etienne bei Lyon macht weit über Frankreich hinaus Schlagzeilen. Edgardo Greco arbeitete als Pizzabäcker in der Innenstadt - viele Bewohnerinnen und Bewohner von St. Etienne kannten ihn als freundlichen Menschen mit einem Lächeln im Gesicht. Die meisten nannten ihn "Rocco". Obwohl ihn sein Chef als "diskret" beschreibt, postete Edgardo Greco Fotos von sich in den sozialen Medien und ein Bild von ihm wurde in der Lokalpresse veröffentlicht.

Offenbar ist die italienische Justiz so auf seine Spur gekommen.

Carabinieri aus Cosenza
Der Mafioso als Pizzabäcker - von Italiens Carabiniere veröffentlichtes Foto - Carabinieri aus Cosenza

Interpol hat bestätigt, dass italienische und französische Polizisten das mutmaßliche Mitglied der 'Ndrangheta am 2. Februar um 1 Uhr 40 in Gewahrsam genommen hat. Greco war 2006 in Italien wegen mehrerer Morde und Mordversuche im Jahr 1991 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Seit 2014 gab es einen europäischen Haftbefehl gegen ihn.

Wegen grausamer Morde verurteilt

Kurz nach seiner Verurteilung hatte sich Edgardo Greco in Frankreich niedergelassen. Von Juni bis November 2021 war er Inhaber und Geschäftsführer von Caffé Rossini Ristorante, so die französische Staatsanwaltschaft. Bis zu seiner Festnahme war er als Chefkoch in einer Pizzeria im Zentrum von Saint-Étienne beschäftigt und nannte sich Paolo Dimitrio - offenbar die Identität eines Kriminellen aus Apulien -, wie die italienische Nachrichtenagentur AGI berichtet.

Greco kam aus Cosenza in Kalabrien - und die Behörden dort hatten die Ermittlungen nie aufgegeben. Die Festnahme in Frankreich erfolgte wenige Wochen nach der spektakulären Ergreifung von Mafia-Boss Matteo Messino Denaro auf Sizilien. Dieser hatte jahrzehntelang in einem luxuriösen Bunker gewohnt und wurde festgenommen, als er sich in einem Krankenhaus behandeln lassen wollte.

Die italienischen Carabinieri gaben bekannt, dass Edgardo Greco seine Opfer "mit Eisenstangen in einem Fischlager getötet" hatte. Ihre Leichen sind verschwunden. Das Ermittlerteam geht davon aus, dass sie in Säue aufgelöst wurden.

"Egal, wie sehr sich die Flüchtigen auch bemühen, ein ruhiges Leben im Ausland zu führen, sie können sich der Justiz nicht ewig entziehen. Engagierte Beamte auf der ganzen Welt werden immer dafür sorgen, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird", erklärte Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock.

Der Festgenommene will nicht nach Italien ausgeliefert werden.