"Vielleicht liegt's am Melanin": Rapper bezichtigen Wiener Polizei des Rassismus

Der Wiener Rapper T-Ser. (Bild: Instagram/ t_ser_official)

Der Wiener Rapper T-Ser veröffentlichte auf seiner Instagram-Seite Videos von einem Polizeieinsatz: Der Musiker und einige seiner Label-Kollegen wurden in einem Park scheinbar ohne Grund kontrolliert: “Wir müssen uns ausweisen, weil wir im Park sitzen.” Im Netz schlagen die Wellen hoch, den Beamten wird Rassismus vorgeworfen. Die Polizei rechtfertigt die Aktion.

An einem schönen Herbsttag in einem Wiener Park: Polizisten kontrollieren offenbar anlasslos eine Gruppe junger Männer. Es handelt sich um die Rapper T-Ser und Meydo sowie einige ihrer Kollegen des Wiener Musik-Labels Akashic Recordz. Die Crew besteht aus österreichischen Staatsbürgen mit nordafrikanischen Wurzeln. “Vielleicht liegt’s am Melanin”, kommentiert T-Ser die Kontrolle der Polizisten in seiner Instagram-Story.

Die jungen Männer fühlen sich diskriminiert und lassen das die beiden durchführenden Beamten wissen. Bald darauf fordern die Polizisten Verstärkung an. Zwei weitere Videos dokumentieren den weiteren Verlauf des Vorfalls.



Der Vorwurf: “racial profiling”

Die Anspannung zwischen den Musikern und den Beamten ist mit Händen zu greifen. Es ist aber auch zu sehen, wie alle Beteiligten versuchen, eine Eskalation zu vermeiden. Letztlich endet der Polizeieinsatz mit Platzverweisen und Anzeigen wegen aggressivem Verhalten, Lärm und Anstandsverletzung.

Der Wiener Polizei wird nun Rassismus vorgeworfen. Nicht nur die Musiker vermuten hinter der Park-Kontrolle “racial profiling” der Beamten. Unter dem Hashtag #nichtmituns richten viele Nutzer ihre Kritik an die Polizei.




Wer ist im Recht?

Die Wiener Polizei will von angeblichem Rassismus nichts wissen. Laut Sprecherin Irina Steirer gebe es im Josef-Strauß-Park ständig Schwerpunktkontrollen. Der Park sei Aufgrund seiner Nähe zum Gürtel, einer Hauptverkehrsader der Stadt, und ständigen Beschwerden von Anwohnern im Fokus der Polizei, erklärte sie dem österreichischen Online-Portal “heute.at”.

Dass es infolge der ersten, routinemäßigen Kontrolle zu einem größeren Polizeieinsatz kam, sei nach ihrer Aussage dem Verhalten der Musiker zuzuschreiben. Demnach seien die jungen Männer von Anfang an unkooperativ gewesen und hätten den Beamten “Fickts Euch!” hinterhergerufen, als der Einsatz eigentlich schon beendet war. Daraufhin hätten die Polizisten Verstärkung angefordert.

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