Vier Beschäftigte von türkischer Nachrichtenagentur in Ägypten festgenommen

In Ägypten sind vier Beschäftigte der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu festgenommen worden. Zu den Gründen der Festnahme hätten die ägyptischen Behörden keine Angaben gemacht, berichtete Anadolu am Mittwoch. Am Abend vor der Festnahme hatten Polizisten bereits das Büro der Agentur in Kairo durchsucht.

Dabei hätten die Beamten Überwachungskameras abgeschaltet sowie die Internetverbindungen gekappt, meldete Anadolu. Einer der Festgenommenen ist Türke, die drei anderen sind Ägypter. Der türkische Anadolu-Mitarbeiter ist für Finanz- und Verwaltungsangelegenheiten zuständig.

Das Vorgehen gegen die Staatsagentur führte zu einer neuen Belastung in den ohnehin bereits stark angespannten Beziehungen beider Länder. Ankara bestellte den Geschäftsträger in der ägyptischen Botschaft ein, um gegen die Razzia bei Anadolu zu protestieren.

Die Türkei verurteile energisch diesen "Akt der Drangsalierung und Einschüchterung gegen die türkische Presse", erklärte das Außenministerium in Ankara. Den türkischen Behörden wird allerdings immer wieder selbst vorgeworfen, mit ihrem Vorgehen gegen Journalisten und Medien die Pressefreiheit zu unterdrücken.

Das Verhältnis zwischen Ankara und Kairo ist vor allem durch die türkische Unterstützung für die ägyptische Muslimbruderschaft belastet. Der ägyptische Staatschef Abdel Fattah al-Sisi war 2013 durch einen Militärputsch gegen den im vergangenen Jahr verstorbenen Ex-Präsidenten Mohammed Mursi an die Macht gekommen, welcher der Muslimbruderschaft angehörte.

Zudem stehen beide Länder im Libyen-Konflikt auf unterschiedlichen Seiten. Ankara unterstützt die international anerkannte Einheitsregierung in Tripolis, während Kairo auf der Seite des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar steht.