Vier Kilo Kokain in Vatikan-Auto entdeckt

Kolumbien ist einer der größten Kokainhersteller der Welt

In einem Diplomaten-Wagen des Vatikan haben französische Zöllner vier Kilogramm Kokain entdeckt. Der Fahrer und der Beifahrer, zwei Italiener ohne Diplomatenausweis, wurden festgenommen, wie aus französischen Justizkreisen verlautete. Gefunden wurden die Drogen bereits am Sonntag bei einer Routinekontrolle nahe der Alpenstadt Chambéry. In dem Ford mit einem Diplomatenkennzeichen des Vatikan fanden die Zöllner neben dem Kokain auch 200 Gramm Cannabis.

Für kirchliche Würdenträger waren die Drogen aber offenbar nicht bestimmt - und der Vatikan beeilte sich zu versichern, dass kein Vertreter des Kirchenstaates in den mutmaßlichen Drogenhandel verwickelt sei.

Der Wagen gehört dem argentinischen Kardinal Jorge María Mejía, wie der Vatikan nach Angaben der Nachrichtenagentur I.Media bestätigte. Der 91-Jährige ist emeritierter Bibliothekar und Archivar am Heiligen Stuhl. Laut dem Radiosender RTL hatte dessen Privatsekretär das Auto vor wenigen Tagen den beiden Italienern anvertraut, damit diese es einer technischen Kontrolle unterziehen lassen.

Die 30 und 41 Jahre alten Männer fuhren laut RTL aber mit dem Wagen nach Spanien zum Drogen-Kauf - offenbar waren sie überzeugt, mit einem Diplomaten-Kennzeichen würden sie nicht kontrolliert. Ob sich die Sache tatsächlich so abspielte, muss noch geprüft werden, wie Justizkreise betonten. Die beiden Italiener befinden sich weiter in Polizeigewahrsam und sollten am Donnerstag wegen des Vorwurfs des Drogenschmuggels einem Richter vorgeführt werden.