Vier Polizisten bei Krawallen am Rande der Mai-Demonstration in Paris verletzt

Angriff auf Polizisten in Paris

Bei Krawallen am Rande der Demonstration zum 1. Mai in Paris sind am Montag vier Polizisten verletzt worden. Wie Innenminister Matthias Fekl mitteilte, wurden die Beamten von "mehreren Dutzend" Demonstranten mit "zahlreichen Mollotow-Cocktails" attackiert. Einer der Beamten habe schwere Verbrennungen im Gesicht erlitten, ein anderer sei schwer an der Hand verletzt worden. Fekl verurteilte die Gewalt und rief zur Ruhe auf.

Nach Angaben der Polizei hatten maskierte und vermummte Demonstranten Wurfgeschosse und Molotowcocktails auf die Sicherheitskräfte geworfen. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, heizte sich die Stimmung in der Nähe des Platzes der Bastille auf, kurz nachdem der von einem Gewerkschaftsbündnis angeführte Marsch am Platz der Republik gestartet war. Die Demonstration richtete sich gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen, die am Sonntag in der Stichwahl um das Präsidentenamt antritt.

Le Pen würdigte die bei der Demonstration verletzten Polizisten. "Dieses Chaos und diesen Laxismus will ich nicht mehr auf unseren Straßen sehen", schrieb sie im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Sechs Tage vor der Stichwahl buhlten Le Pen und ihr Rivale Emmanuel Macron am Montag weiter um die Stimmen der unentschlossenen Wähler. Le Pen rief die Franzosen bei einer Kundgebung auf, gegen "die Finanzen, die Arroganz und König Geld" aufzubegehren. Ihren Rivalen, den sozialliberalen Reformpolitiker und ehemaligen Investmentbanker Macron, nannte sie "Kandidat des Systems".

Macron legte zeitgleich Blumen an einer Gedenktafel für einen 1995 von Front-National-Anhängern in Paris getöteten Marokkaner nieder. Anschließend trat auch er vor Anhängern auf. Nach der jüngsten Umfrage sank Macrons Vorsprung vor Le Pen leicht. Er kommt demnach auf 59 Prozent Zustimmung, während 41 Prozent Le Pen unterstützen.

Die französischen Gewerkschaften sind in ihrer Wahlempfehlung gespalten - anders als 2002, als Le Pens Vater Jean-Marie Le Pen in der Präsidentenstichwahl stand. Während die Gewerkschaften CFDT und Unsa dafür werben, Macron die Stimme zu geben, empfehlen die stärker links orientierten Gewerkschaften CGT, Solidaires und FSU lediglich, nicht der Kandidatin der Front National die Stimme zu geben.

Auch der Linksaußen-Politiker Jean-Luc Mélenchon hatte am Sonntag davor gewarnt, Le Pen zu wählen, ohne für die Wahl Macrons zu werben.

In Paris und anderen französischen Städten fanden am Montag außer den Mai-Demonstrationen verschiedene Proteste statt, die sich mal gegen Le Pen, mal gegen beide Kandidaten richteten.

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