Mindestens vier Tote bei Zugunglück nahe Garmisch-Partenkirchen

Bei einem schweren Zugunglück in Oberbayern sind am Freitag mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Etwa 30 Fahrgäste wurden verletzt - 15 davon so schwer, dass sie in umliegende Krankenhäuser eingeliefert wurden, wie die Polizei in Rosenheim mitteilte. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte am Abend im Bayerischen Rundfunk, etwa zwölf Menschen würden noch vermisst.

Ein von Garmisch-Partenkirchen in Richtung München fahrender Regionalzug war aus zunächst unbekannten Gründen bei Burgrain entgleist, mehrere Waggons stürzten auf die Seite. Das Unglück ereignte sich am letzten Tag vor den Pfingstferien in Bayern. Nach Polizeiangaben gingen gegen 12.20 Uhr erste Meldungen über das Unglück auf der Regionalbahnstrecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und München ein.

Sämtliche Kräfte von Rettungsdiensten, Polizei und Feuerwehr in der Region waren den Angaben zufolge vor Ort im Einsatz. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sprach von 650 Kräften von Bundes- und Landespolizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW) und Rettungsdiensten. Die Rufnummer der zentralen Vermissten- und Hinweisstelle der Polizei wurde für Anfragen von Angehörigen sowie Hinweise zu dem Zugunglück freigeschaltet.

Der bayerische Innenminister Herrmann sagte am Abend im BR, möglicherweise fänden sich einige der noch Vermissten unter den Verletzten in den Krankenhäusern. Einige von ihnen seien schließlich "so schwerstverletzt", dass ihre Identität noch nicht festgestellt werden konnte.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schrieb auf Twitter, das Zugunglück "erschüttert und macht tief betroffen". Er trauere mit den Angehörigen der Opfer und wünsche allen Verletzten rasche Genesung. Für Samstagmorgen kündigte Söder einen Besuch der Unglücksstelle an.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte den Sendern RTL und ntv, vom Unglücksort kämen "erschütternde Nachrichten" und "bedrückende Bilder". "Unser Mitgefühl ist bei den Angehörigen und bei den Verletzten, denen wir baldige Genesung wünschen."

Auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sagte vor Journalisten, "meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei den Verletzten" sowie bei den Opfern und ihren Angehörigen. Er hätte sich gern schnell ein Bild vor Ort gemacht, fügte Wissing hinzu - jedoch sei wegen vorhergesagter schwerer Unwetter in Bayern am Freitag kein Hubschrauberflug mehr dorthin möglich. Er werde nun am Samstag gemeinsam mit dem Vorstandschef der Deutschen Bahn, Richard Lutz, an die Unglücksstelle reisen und sich dort am Mittag ein Bild von der Lage machen.

Lutz sagte bei dem gemeinsamen Statement mit Wissing, die Bilder aus Bayern seien "schrecklich" und sie "machen einen tief betroffen". Die Bahn werde die Ermittlungen zur Unglücksursache "nach besten Kräften" unterstützen.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD), die sich auf der Innenministerkonferenz in Würzburg aufhielt, reiste nach Angaben ihres Ministeriums nach Garmisch-Partenkirchen. Dort habe sich "eine schlimme Katastrophe ereignet", die sie zutiefst "erschüttert" habe, erklärte Faeser auf Twitter.

Die Deutsche Bahn sprach den Angehörigen der Unfallopfer ihr tiefes Mitgefühl aus. Das Unternehmen schaltete ebenfalls eine Sonderhotline. Die Bahnstrecke blieb wegen des Unglücks und der Bergungsarbeiten vorerst gesperrt.

Züge aus Richtung München fuhren nach Angaben der Bahn nur bis Oberau und fuhren von dort wieder zurück. Aus Richtung Mittenwald endeten Züge vorzeitig in Garmisch-Partenkirchen. Ein Ersatzverkehr sollte eingerichtet werden. Die Polizei Oberbayern-Süd teilte im Onlinedienst Twitter mit, aufgrund des Bergungseinsatzes sei in dem Gebiet bis Mitte nächster Woche mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

Die Präsidentin des bayerischen Landtags, Ilse Aigner (CSU), dankte den Einsatzkräften. Aigner, die ihren Wahlkreis in Miesbach in Oberbayern hat, sprach den Angehörigen der Verunglückten "unser tiefes Mitgefühl" aus und wünschte den Verletzten eine schnelle Genesung.

Die Unglücksstelle ist nicht weit von Schloss Elmau entfernt. Dort findet Ende des Monats der G7-Gipfel unter deutschem Vorsitz statt.

yb/fml

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