Vier Verletzte bei Schießerei zwischen Rockern und Clanmitgliedern in Duisburg

Polizeiwagen (AFP/INA FASSBENDER) (INA FASSBENDER)

Bei einer Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern einer Rockergruppierung und eines kriminellen Clans sind in Duisburg mehrere Menschen durch Schüsse verletzt worden. Nach bisherigen Erkenntnissen waren an der "Tumultlage" rund 80 bis hundert Menschen beteiligt, wie Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag sagte. "Bei diesen Personen handelt es sich sowohl um Mitglieder der Hells Angels als auch um Mitglieder eines polizeibekannten türkisch-arabischen Clans."

Die Schießerei trug sich demnach am Mittwochabend gegen 21.00 Uhr auf dem Hamborner Altmarkt zu. Nach ersten Erkenntnissen wurden mindestens 19 Schüsse abgegeben. Vier Menschen wurden teils schwer durch Schüsse verletzt. Insgesamt 15 Beteiligte, die allesamt einer der beiden Gruppierungen zuzurechnen seien, seien festgenommen worden. Eine Mordkommission nahm die Ermittlungen auf. Derzeit werde "jeder Videoschnipsel" ausgewertet, sagte Reul.

Nach Polizeiangaben flohen viele Beteiligte, als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen. Zwei der Verletzten wurden direkt mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht. Zwei weitere Verletzte flohen zunächst, suchten später aber ärztliche Hilfe. Demnach bestand bei keinem Beteiligten Lebensgefahr.

"Diese Videos und Bilder aus Duisburg sind schockierend", sagte Innenminister Reul. Der Vorfall zeige, dass "Rocker und Clans durchaus mal gemeinsame Sache machen". Gleichzeitig verteidigte der Minister das harte Vorgehen seines Ministeriums gegen organisierte Kriminalität der vergangenen Jahre. "Wenn wir nicht so hart durchgegriffen hätten, gäbe es solche Szenen wie in Duisburg öfter", sagte er. Clankriminalität sei "keine PR-Erfindung".

In der Nacht und am Morgen sicherte die Polizei nach eigenen Angaben umfassend Spuren am Tatort. Zudem seien Drohnenaufnahmen und ein "aufwändiges 3D-Bild" erstellt worden, um etwa Schusswinkel zu rekonstruieren. Noch in der Nacht durchsuchten Ermittler mit Unterstützung von Spezialkräften ein Wohnhaus in Duisburg-Homberg. Die Polizeipräsenz rund um den Tatort wurde erhöht.

Am Donnerstag richtete die Polizei ein Hinweisportal ein. Darauf können mögliche Zeugen auch anonym Fotos oder Videoaufnahmen von der Schießerei hochladen. Die Hintergründe der Gewalteskalation waren zunächst nicht klar. In den vergangenen Jahren hatte es in Nordrhein-Westfalen immer wieder Auseinandersetzungen im Clan- und Rockermilieu gegeben.

ruh/cfm

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.