Viereinhalb Jahre Haft für Tötung von früherem Peiniger mit Axt in Sachsen

Weil er seinen früheren Fußballtrainer und Peiniger mit einer Axt tötete, hat das Landgericht im sächsischen Zwickau einen 39-Jährigen zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Urteil erging wegen Totschlags in einem minderschweren Fall. (Odd ANDERSEN)
Weil er seinen früheren Fußballtrainer und Peiniger mit einer Axt tötete, hat das Landgericht im sächsischen Zwickau einen 39-Jährigen zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Urteil erging wegen Totschlags in einem minderschweren Fall. (Odd ANDERSEN)

Weil er seinen früheren Fußballtrainer und Peiniger mit einer Axt tötete, hat das Landgericht im sächsischen Zwickau einen 39-Jährigen zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Urteil erging nach Angaben eines Gerichtssprechers am Donnerstag wegen Totschlags in einem minderschweren Fall und nicht wegen Mordes, was von der Staatsanwaltschaft angeklagt war. Mordmerkmale der Heimtücke oder der niedrigen Beweggründe sah das Gericht nicht.

Die Beweisaufnahme ergab, dass der Angeklagte im Alter von 16 Jahren um die Jahrtausendwende von dem Trainer vergewaltigt beziehungsweise sexuell missbraucht worden war. Nach einem Autounfall im Jahr 2011 litt er medizinischen Sachverständigen zufolge allerdings an einer Amnesie und konnte sich an den Missbrauch nicht erinnern. Er vermutete eine solche Tat jedoch und lockte den Trainer in sein Haus, um ihn danach zu befragen.

Dieser gab bei dem Treffen Anfang Juli 2023 in Lichtenstein die Tat zu und bedauerte sie zugleich, was bei dem Angeklagten eine "tiefgreifende Bewusstseinsstörung" auslöste, die zu dem "spontanen" Tötungsdelikt führte. Er holte aus dem Garten eine Axt und schlug seinem einschlägig vorbestraften Opfer von hinten fünfmal auf den Kopf, wodurch dieses sofort starb.

Anschließend stellte er sich der Polizei und kam in Untersuchungshaft. Der Prozess begann im März. Das Gericht entschied nun auf einen minderschweren Fall des Totschlags, weil es eine verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten annahm. Zu seinen Gunsten wertete es seine bisherige Straffreiheit, sein Geständnis und seine Reue. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

cfm/ck