Viraler Post: Pfarrer entschuldigt sich für Bikini-Verbot

·Freie Autorin
·Lesedauer: 3 Min.

Eine ungewöhnliche Entschuldigung geht derzeit viral: Ein Pfarrer, der seit 20 Jahren mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, sagt Sorry – und das nicht etwa, weil seine Predigt während der letzten Messe unangebracht war. Sondern dafür, dass er bislang von den jungen Frauen verlangte, im Sommercamp einen Badeanzug zu tragen. Bikinis waren bis dato völlig tabu.

Four young girls run to swim in the sea. Summer holidays, vacation, relax and lifestyle concept.
Diese Bikinis wären dem Pfarrer vor ein paar Jahren vermutlich noch zu freizügig gewesen (Symbolbild: Getty Images)

Bryce Brewer ist seit 20 Jahren Jugendpfarrer. In dieser Zeit hat er jungen Mädchen, die er betreut, ein – wie er es heute nennt – "lächerliches Ultimatum" gestellt: Er verlangte von ihnen stets, einen einteiligen Badeanzug zu Veranstaltungen zu tragen, die von der Kirche organisiert wurde. Ein Bikini war bisher immer verboten. Diese Entscheidung musste er jetzt noch mal überdenken. 

Als er kürzlich nämlich mit seiner Verlobten und ihrer zehnjährigen Tochter shoppen war, um einen Badeanzug für das Sommercamp in Spokane Valley im US-Bundesstaat Washington zu kaufen, wurde ihm etwas klar: "Wir gingen von Laden zu Laden, und auch zu Target, um einen süßen, aber angebrachten Bade-Einteiler zu finden, aber das stellte sich als sehr schwierig heraus", erklärte Brewer gegenüber "TODAY Parents". "Ich beobachtete, wie sie beide frustriert wurden, fast schon deprimiert." 

"Ich fragte mich, wie viele junge Mädchen ich bis dato in den letzten 20 Jahren in solch eine Situation gebracht hatte?", so Brewer. "Wie viele von ihnen suchten verzweifelt nach einem Einteiler, aber konnten keinen finden?" Deshalb entschloss er sich, seine Gedanken in den Sozialen Medien zu veröffentlichen – und ging damit sofort viral. Rund 82.000 Mal wurde sein Post bereits geteilt.

Ein Pfarrer sagt Sorry

"Ich möchte mich bei allen Mädchen entschuldigen, die verzweifelt nach einem angemessenen Badeanzug gesucht haben, damit irgendein Jugendpfarrer sie als angemessen erachtete." Er fügte hinzu: "Ich entschuldige mich dafür, dass wir den Körper einer jungen Frau als etwas angesehen haben, das verhüllt werden muss." Gleichzeitig entschuldigte er sich dafür, dass er Jungs nicht beigebracht habe, "sich zu kontrollieren" und dafür, dass er Reinheit mit einem Badeanzug in Verbindung gebracht hatte und nicht damit, dass Jungs die Verantwortung übernahmen und sich nicht daneben benahmen. 

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Außerdem bat er alle Mädchen und Frauen um Vergebung dafür, dass sie sich "sexualisiert" gefühlt haben müssen, weil ihnen Männer sagten, sie sollen sich bedecken. "Es tut mir leid, dass ich Jungs nicht beigebracht habe, Männer zu sein und diese Verantwortung jungen Frauen überlassen habe", heißt es weiter.

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Seinen Studentinnen teilte er mit: "Tragt einen Badeanzug, der euch Spaß macht." Seinen Studenten riet er: "Hört auf, widerlich zu sein, und habt euch unter Kontrolle!" Jugendpfarrern (vor allem den männlichen) empfahl er: "Hört auf, Chauvinisten zu sein, und Frauen ein schlechtes Gefühl zu geben, nur weil sie Brüste haben." Seinen Post beendete er mit einer Botschaft an alle Christen: "Lebt wie Jesus!"

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