Virginias Gouverneur begnadigt posthum sieben hingerichtete Schwarze

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Virginias Gouvernor Ralph Northam (AFP/WIN MCNAMEE)

70 Jahre nach ihrer Hinrichtung wegen der angeblichen Vergewaltigung einer weißen Frau hat der Gouverneur des US-Südstaates Virginia, Ralph Northam, posthum sieben junge Afroamerikaner begnadigt. Es gehe dabei nicht um die Frage von Schuld oder Unschuld, vielmehr wolle er damit wiedergutmachen, dass die Todesurteile rassistisch motiviert und nicht das Ergebnis eines fairen Prozesses gewesen seien, erklärte der demokratische Politiker am Dienstag.

Die auch als "Martinsville Seven" bekannten Schwarzen waren 1951 hingerichtet worden. Sie waren zwischen 18 und 21 Jahre alt, nur einer war bereits 37. Laut Gouverneur Northam handelte es sich bei den Geschworenen, die sie verurteilten, ausschließlich um weiße Männer. Einige der Hingerichteten waren demnach Analphabeten und hatten Geständnisse unterzeichnet, die sie nicht lesen konnten.

Mit seiner Begnadigung wolle er "Unrecht wiedergutmachen", erklärte Northam. Es sei "unbestreitbar", dass bei der Identifizierung der angeblichen Täter, ihrer Verurteilung und dem Strafmaß die Hautfarbe der Angeklagten eine wichtige Rolle gespielt habe. Alle Menschen aber verdienten ein "Strafrechtssystem, das fair und gleichberechtigt ist".

Nach Angaben von Northams Büro waren alle 45 Häftlinge, die zwischen 1908 und 1951 in Virginia wegen Vergewaltigung hingerichtet wurden, Schwarze. Der Bundesstaat hat die Todesstrafe im März abgeschafft.

ans/isd

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