Visa: Wenn Künstlern die Einreise verweigert wird

Eine Theatertruppe aus Nigeria wird nach Berlin eingeladen. Doch Visa werden ihnen verweigert. Was war geschehen?

Reisen bildet. Erweitert den Horizont. Wertet den Lebenslauf auf. Oder? Ja, stimmt. Aus europäischer Perspektive. Wer sich vom globalen Süden in den Norden bewegt, weiß, dass Reisen auch gefährlich sein kann. Mindestens unbequem ist. Und ein Privileg: Deutsche Staatsbürger dürfen in 177 Länder einreisen. Afghanische Staatsbürger können lediglich 25 Grenzen ungehindert überschreiten. Anders als Deutsche brauchen sie fast überall ein Visum.

177 versus 25: Mit diesen Zahlen weist die Berliner Choreographin Helena Waldmann in ihrem neuen Tanzstück "Gute Pässe Schlechte Pässe" auf die je nach Nationalität unterschiedliche Bewegungsfreiheit hin. Eine Ungerechtigkeit: "Wer oder was bestimmt den Wert eines Passes? Und was erzeugt seinen Ramschwert?", fragt sie sich. Waldmann weiß, wovon sie spricht. Ihre Inszenierungen sind weltweit erfolgreich. Sie hat mit Künstlerinnen aus Afghanistan, Bangladesh, Iran zusammengearbeitet. Kompliziert war die Gastspielorganisation mit diesen Ländern immer schon, erzählt sie. Aber es werde zunehmend schwieriger, die Künstler einzuladen. Nicht, weil deren Länder sie nicht ausreisen lassen wollen – sondern weil die EU sie nicht mehr reinlässt. Die Antragstellung für ein Kurzzeit-Visum ist bei aller eigentlich standardisierten EU-Bürokratie: ein ungewisses Spiel.

Die geplanten Gastspiele mussten abgesagt werden

Erfahren mussten das kürzlich zwei deutsche Festivals und ihre Gäste, die nigerianische Theatertruppe Kininso Koncepts. Eingeladen zum Berliner "Fr...

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