Visier statt Maske: Was bringen Face Shields?

·Freie Autorin
·Lesedauer: 3 Min.

In allen Bundesländern herrscht derzeit Maskenpflicht, doch immer häufiger sieht man auch Menschen mit Kunststoff-Visieren, die man sonst vom Zahnarzt, von Handwerkern oder aus Kosmetikstudios kennt. Doch haben die den gleichen Nutzen wie Stoffmasken?

Young woman wearing face shield hiding behind the climbing wall. Nicely fits for book cover
Die als Face Shields bekannten Visiere werden von vielen als bequemer empfunden (Bild: Getty Images)

Im Gegensatz zu Stoffmasken haben die Visiere aus Plastik oder Plexiglas, bekannt als Face Shields, einige Vorteile. Sie schränken weder die Atmung ein, indem ein Stück Stoff Mund und Nase verdeckt, noch beeinträchtigen sie die Sicht durch beschlagene Brillen. Sie verdecken die Mimik nicht und machen dadurch die Kommunikation einfacher - sogar lächeln ist mit ihnen wieder möglich. Sie sind zudem leichter zu reinigen als wiederverwendbare Stoffmasken.

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Kein Wunder, dass das Interesse an Face Shields wächst. Wie die dpa berichtet stieg nach einer Auswertung der Suchmaschine Google die Anfrage “Visiere statt Masken kaufen” in den vergangenen sieben Tagen um 1300 Prozent. Das Suchinteresse nach dem Begriff “Visier” erreichte demnach in diesem Monat ein Rekordhoch. Doch haben sie den gleichen Nutzen wie eine Schutzmaske?

Kein vollständiger Ersatz für eine Maske

In den meisten Bundesländern kommt man um eine herkömmliche Maske ohnehin nicht herum. Ausgenommen von Hamburg, Hessen und Rheinland-Pfalz sind die Kunststoff-Visiere nicht als Alternative zu einem textilen Mund- und Nasenschutz zugelassen und dürfen höchstens zusätzlich getragen werden.

Darüber hinaus bestehen derzeit keine Belege, dass Face Shields eine gleichwertige Maßnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus darstellen. Dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zufolge muss die Bedeckung richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen, um das Vorbeiströmen von Luft an den Seiten und damit die Verbreitung von infektiösen Tröpfchen zu minimieren.

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Auch das Robert-Koch-Institut stellt klar, dass Visiere “nicht als gleichwertige Alternative” zur Mund- und Nasenbedeckung angesehen werden können und empfiehlt weiterhin einen textilen Mundschutz. Karl Lauterbach wies auf Twitter auf einen entscheidenden Nachteil der nach unten offenen Face Shields hin: Tragen ihn beispielsweise Kellner, die Essen servieren, würden sie die Aerosole gezielt auf die Teller leiten.

Face Shield für doppelten Schutz?

Abgesehen von den bereits genannten Vorteilen in Sachen Komfort und Kommunikation bieten die Visiere einen weiteren Vorzug. Denn anders als Schutzmasken bedecken sie das ganze Gesicht und damit auch die Augen. Im Laufe der Pandemie wurde das Coronavirus auch mit Bindehautentzündungen in Verbindung gebracht. Ist eine Person daran erkrankt, ist einer Studie aus Singapur zufolge auch eine Ansteckung über die Tränenflüssigkeit nicht ausgeschlossen.

Für einen umfassenden Schutz sollte das Face Shield jedoch mit einer Stoffmaske kombiniert werden. Und in jedem Fall gilt als oberste Devise stets, einen ausreichenden Sicherheitsabstand einzuhalten.

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