Vodafone schließt Vertrag mit Katze ab

·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Vertragsabschlüsse und Abbuchungen ohne Zustimmung von Kunden – Vodafone hat offensichtlich Probleme mit Vertriebspartnern. Eine Mitarbeiterin schloss sogar einen Vertrag mit einer Katze ab.

Katzen sind als Vertragspartner ungeeignet. (Symbolbild: Getty Images)
Katzen sind als Vertragspartner ungeeignet. (Symbolbild: Getty Images)

Beschwerden über Telekommunikationsunternehmen gehen regelmäßig bei den Verbraucherzentralen ein. Doch was eine Vodafone-Kundin der Verbraucherzentrale in Bremen schilderte, ist wirklich kurios.

Nach dem Besuch einer Vodafone-Mitarbeiterin im Juli 2019 brachte ein Paketbote Hardware und Vertragsunterlagen für eine Komplettversorgung für Internet, Telefon und TV ins Haus. Das hatte die Kundin nicht bestellt.

Aber vielleicht ihre Katze? Denn die Vertragsunterlagen waren auf einen „Herrn Gysmo“ ausgestellt, den Kater der Vodafone-Kundin. Über den hatte sich die Bremerin unter anderem beim Hausbesuch mit der Vertriebs-Mitarbeiterin unterhalten. Es sei ein freundliches Gespräch über „Gott und die Welt“ gewesen, an dessen Ende sie der Werberin versichert habe, dass sie kein Interesse an weiteren Produkten hätte.

Kater erhielt gerichtlichen Mahnbescheid

Nach dem Vertrag mit Herrn Gysmo wurden die monatlichen Kosten von dem bereits aus dem alten Vertrag bekannten Konto abgebucht. Sowohl die Verbraucherin selbst, als auch ihre Tochter beschwerten sich bei Vodafone. Aber nichts passierte.

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Schließlich wurde es der Katzen-Besitzerin zu bunt und sie widerrief die Lastschriften der Vodafone Deutschland GmbH. Das hatte zur Folge, dass Kater Gysmo erst ein Schreiben eines Inkassobüros und schließlich auch einen gerichtlichen Mahnbescheid erhielt.

Auf der Facebookseite der Verbraucherzentrale diskutieren Nutzer über den Fall Gysmo:

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Erst nachdem sich die Verbraucherzentrale Bremen einschaltete, wurden die Verträge mit dem Vierbeiner storniert und seine Besitzerin erhielt bereits gezahltes Geld zurück.

Vodafone hat Strafanzeige gegen mehrere Vertriebspartner gestellt

Wie jetzt bekannt wurde, gab es mit Vodafone-Vertriebsfirmen offenbar häufiger Probleme bei Vertragsabschlüssen. Der Konzern selbst hat kürzlich Strafanzeigen gegen Vertriebspartner erstattet, die Kunden und das Unternehmen betrogen haben sollen, wie Golem aktuell berichtet.

Dabei gehe es im Wesentlichen um Vertragsabschlüsse und Buchungen von Angeboten ohne Zustimmung der Kunden.

Auch datenschutzrechtliche Bestimmungen seien verletzt worden. Sowohl den Bundesbeauftragten für Datenschutz als auch die betroffenen Kunden habe man informiert. Insgesamt haben wir rund 20 Themenkomplexe untersucht“, sagte ein Vodafone-Sprecher dem Portal. Die Untersuchungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen, weitere Strafanzeigen seien nicht ausgeschlossen.

Zudem habe Vodafone versichert, Sofortmaßnahmen ergriffen zu haben, um künftig Missbrauch bei Provisionen und Rabattierungen zu verhindern. Provisionsmaßnahmen seien überarbeitet und Kontrollsysteme verschärft worden.

Auch der Fall Gysmo hatte Konsequenzen, wie ein Vodafone-Sprecher Golem mitteilte:Der selbstständigen Beraterin, die auch den Vertrag für die Katze bei uns eingereicht hatte, haben wir bereits kurz danach fristlos gekündigt. Sie ist also schon lange nicht mehr für uns tätig.“

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