Vögel füttern im Winter: Was du dazu wissen musst

Jennifer Caprarella
·Freie Autorin
·Lesedauer: 4 Min.

Tierfreunde wollen heimischen Wildvögeln dabei helfen, gut über den Winter zu kommen und legen in der kalten Jahreszeit Futter auf dem Balkon oder im Garten aus. Doch auch Vogel zu füttern will gelernt sein. Worauf zu dabei achten solltest.

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Vögel füttern im Winter hat eine lange Tradition - dabei gilt es ein paar Dinge zu beachten (Bild: Getty Images)

Denn so simpel es scheint, Singvögeln ein wenig Nahrung zur Verfügung zu stellen ist im Prinzip eine simple Sache - selbst Supermärkte bieten schließlich fertige Meisenknödel an - doch gibt es einige Dinge, die es dabei zu beachten gilt.

Ist es überhaupt sinnvoll, Vögel zu füttern?

Diese Frage wird nach wie vor kontrovers diskutiert, denn aus einigen Ecken des Naturschutzes kommt nach wie vor die Theorie, dass es Vögeln eher schadet als nützt, wenn man sie im Winter durchfüttert und dadurch in die Natur eingreift.

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Diverse Organisationen wie der Deutsche Naturschutzbund oder der WWF empfehlen Tierfreunden jedoch nach wie vor, die Tiere mit Extrafutter zu unterstützen. Vögel füttern schade nicht - solange man es richtig macht.

Welches Futter sollte man auslegen?

Und wie geht es nun richtig? Entscheidend ist natürlich, das richtige zu füttern.

Dieses Futter eignet sich: Sonnenblumenkerne mögen beinahe alle heimischen Vögel - es ist also ein gutes Basisfutter.

Körnerfresser wie Finken und Sperlinge mögen auch weitere Körner und Samen wie Hirse oder Leinsamen oder alles andere, was in Futtermischungen vorhanden ist.

Vögel wie Rotkehlchen, Amseln, Wacholderdrosseln oder Zaunkönig bevorzugen weicheres Futter wie Haferflocken, Kleie, Rosinen oder Obst.

Meisen lieben insbesondere eine Mischung aus Fett und Samen, die dann den berühmten Meisenknödel ergeben.

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Meisenknödel lassen sich gut selbst herstellen. Damit verhindert man auch die Netze aus Einwegplastik, die Tieren und Umwelt schaden (Bild: Getty Images)

Dieses Futter eignet sich eher nicht: Essensreste, die stark gesalzen oder anderweitig gewürzt sind, sollten nicht im Vogelhäuschen landen.

Auch Brot ist tabu, da es im Magen der Vögel aufquellen kann.

Achte bei fertigen Vogelfuttermischungen darauf, dass sie kein Ambrosia enthalten. Diese Pflanze ist bei uns nicht heimisch und kann Allergien bei den Tieren auslösen.

Fertige Meisenknödel aus dem Supermarkt sollten nicht in Plastik gewickelt sein. Nicht nur entsteht damit Plastikmüll, die kleinen Tiere können sich auch viel leichter in den Kunststoffnetzen verheddern.

Wann sollten Vögel gefüttert werden und wann nicht?

Der alte Mythos von der geschlossenen Schneedecke ist überholt - besser ist es, den Vögeln den ganzen Winter über Futter zur Verfügung zu stellen, auch wenn sie es bei Frost und Schnee natürlich besonders gerne in Anspruch nehmen. Der Naturschutzbund empfiehlt den Zeitraum von November bis Ende Februar.

Eine gewisse Konsistenz ist generell wichtig, wenn man sich dazu entschließt, Vögel zu füttern. Beim ersten Schnee den Balkon voller Meisenknödel zu hängen und es dabei zu belassen nützt eher wenig. Besser ist es, den ganzen Winter hindurch und regelmäßig Futter auszulegen.

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Wer will und auf ein sauberes Umfeld achtet, kann übrigens auch das ganze Jahr über Nahrung und Wasser bereitstellen. In Großbritannien wird dies schon lange gemacht, und auf diese Weise finden die Vögel auch während der Brutzeit Nahrung.

Hygiene ist wichtig

Der Naturschutzbund warnt allerdings davor, dass sich bei warmen Temperaturen schneller Salmonellen bilden und im Wasser Erreger wie Trichomonaden, die zum Beispiel Grünfinken befallen können, ansammeln können.

Auch im Winter ist es wichtig, auf Hygiene zu achten, um Krankheiten bei den süßen Tieren zu vermeiden. Achte darauf, dass die Futterstelle selbst stets trocken und sauber ist und vor allem kein Kot ins Futter gelangt ist. Besonders gut sauberzuhalten sind Silos beziehungsweise Futtersäulen.

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Bei Futtersäulen gerät kein Kot ins Futter und die Tiere laufen nicht darin herum (Bild: Getty Images)

Vogelhäuschen solltest du möglichst täglich auskehren und hin und wieder mit heißen Wasser auswaschen. Falls du auch Wasser für die Vögel bereitstellst, sollte das jeden Tag gewechselt werden.

Vögel füttern auf dem Balkon der Mietwohnung - ist das erlaubt?

Grundsätzlich ja. Zwei viel zitierte Urteile von den Landgerichten Frankfurt am Main und Berlin kamen zu dem Schluss, dass Mieter auf ihren Balkonen bei Schnee oder Frost Futter für bestimmte Vögel wie Singvögel bereitstellen dürfen.

Dabei soll allerdings darauf geachtet werden, dass weder zu viel Verschmutzung entsteht - vereinzelt ist Vogelkot hinzunehmen, doch sollte der Balkon des Nachbarn nicht übermäßig eingesaut werden - noch größere Vögel wie Tauben oder Krähen angelockt werden.

So hältst du große Vögel fern

Sollte dies der Fall sein, könnten Vermieter und Nachbarn mit möglichen Beschwerden Erfolg haben. Achte also stets darauf, nicht zu große Mengen auszulegen. Idealerweise machst du die Nahrung für große Vögel unzugänglich, indem zu sie in einem Vogelhäuschen auslegst oder mit Maschendraht umgibst, durch den nur kleine Tiere schlüpfen können.

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