Volksbühne am Rudolfplatz: Marc Metzger sagt Theaterstück wegen Lärmbelästigung ab

Theater kann Bühne bis 22 Uhr anbieten, vertraglich war eine Stunde länger zugesagt.

„Unter den gegenwärtigen Bedingungen kann ich das Stück nicht auf die Bühne bringen. Das ist für mich als Autor und Produzent nicht mehr machbar.“ Büttenredner Marc Metzger („Blötschkopp“) hat sein groß angekündigtes Theaterstück in der Volksbühne am Rudolfplatz abgesagt.

Am 25. August sollte dort um 20 Uhr das von ihm eigens für dieses Haus geschriebene Stück „Das elfte Gebot“ Premiere haben – und anschließend insgesamt 17 Mal gespielt werden. Doch daraus wird nun nichts.

Metzger zieht Reißleine

Aufgrund der kürzlich eingeführten Zeitbegrenzung auf 22 Uhr – damit hatte die Volksbühne auf Beschwerden aus der Nachbarschaft wegen Lärmbelästigung reagiert – hat Metzger die Reißleine gezogen und seinen Vertrag gekündigt.

„Darin war mir die Theaterbühne bis 23 Uhr zugesagt – ohne Schallbegrenzung. Und die drei Stunden einschließlich Pause brauche ich auch für mein Stück, das zudem mit Live-Musik und Band auch recht laut daherkommt. Es ist doch ein schrilles Rock-Theater. Die Zuschauer sollten klatschen, johlen und mitsingen.“

Bislang hat das von Metzger zusammengestellte zehnköpfige Ensemble – darunter Giovanni Luzzi, der 15 Jahre in der WDR-Serie „Die Anrheiner“ mitwirkte und eine Hauptrolle übernehmen sollte, RTL-Moderator Gregor König, Selda Selbach aus der Immi-Sitzung, Opernsänger Tino Selbach, Markus Kirschbaum aus dem Karnevals-Duo „Willi und Ernst“ – teilweise schon mal die Texte gesprochen.

Proben und Bühnenbau sollten kommende Woche starten

Nach eineinhalb Jahren Vorbereitungszeit sollten, so Metzger, in der nächsten Woche die eigentlichen Proben beginnen. Auch der Bühnenbau sollte schon starten. „Der ganze Apparat lief doch schon. Ich habe viel Geld investiert und darf nichts machen.“

Auch mit dem Vorverkauf, der schon seit mehr als zehn Monaten läuft, war man zufrieden. Metzger: „Es sind bereits mehrere tausend Karten verkauft worden.“ Die können nun an den Verkaufsstellen zurückgegeben werden und werden erstattet.

Auf einen früheren Beginn der Vorstellungen um 19 Uhr oder 19.30 Uhr, wie ihn die Organisatoren der Volksbühne vorgeschlagen hatten, wollte sich Metzger nicht einlassen. Es könnten nicht mehr alle Käufer von Karten kontaktiert werden und viele Besucher kämen ja aus dem Umland. „Auf die müssen wir Rücksicht nehmen. Die Leute kommen von der Arbeit. Da können wir in der Woche nicht einfach eine Stunde früher anfangen.“

Umzug an andere Spielstätte kommt nicht in Betracht

Ein Umzug in eine andere Spielstätte („Es gab einige Angebote von anderen Theaterhäusern, sogar aus Neuss“) kommt für Metzger ebenfalls nicht in Betracht. „Das Stück war doch ganz speziell für die alte Millowitsch-Bühne geschrieben. Dort wollte ich Volkstheater machen. Das ist doch das schönste Theater von Köln. Seit ich hier vor rund 20 Jahren in der ersten Reihe gesessen und Willy Millowitsch in »Tante Jutta aus Kalkutta« gesehen habe, wollte ich hierhin.“

Das scheint nun erst einmal nicht mehr möglich, obwohl die Betreiber der Volksbühne sich bis zuletzt um Metzer und sein Ensemble bemühen. „Wir sind sehr unglücklich über die Situation und wollen denen so viele Brücken wie möglich bauen“, sagte Volksbühnen-Geschäftsführer Birger Steinbrück noch vor Ostern. „Ich bin noch hoffnungsvoll.“ Doch den angebotenen Gesprächstermin hat Metzger verstreichen lassen.

Metzger: „Aufgrund der gegenwärtigen Ausgangslage können wir dem Publikum nicht das bieten, was wir wollen und was die Zuschauer von uns erwarten.“ Inzwischen hat auch die Volksbühne eingesehen, dass da wohl nichts mehr zu machen ist. „Wir akzeptieren jetzt die Stornierung“, sagte Programmmacher Alex Molinski am Dienstag auf Anfrage. „Und das ohne irgendwelche Gegenforderungen. Ich will keine Schlammschlacht. Im Leben trifft man sich ja immer zweimal.“

Absage bedeutet Verlust für Theater

Für das Theater ist die Absage ein herber Verlust, verbunden mit massiven finanziellen Einbußen. Molinski: „Das haut richtig rein. Schließlich lagen die verabredeten Wochen im September ja zur besten Theaterzeit.“ Ab sofort laufen die Bemühungen, all diese nun freien Termine noch mit anderen Veranstaltungen zu füllen. „Das wird kurzfristig sicher recht schwierig“, sagt Molinski.

Ob es zu einem späteren Termin für Metzger, der wie geplant am 31. Mai und 1. Juni in der Volksbühne sein Konzertprogramm „Erstaunlich“ spielen wird, mit dem Volkstheater-Stück nochmals einen neuen Anlauf gibt, ist derzeit fraglich.

„Die Schauspieler müssen verfügbar sein, und es muss terminlich passen“, sagt Metzger. „Und dann braucht es schon einen wasserdichten Vertrag. Aber wenn die Volksbühnen-Leute eine Lösung für das Lärmproblem haben, bin ich wieder dabei.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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