Volle Fahrt Richtung Strand: Betrunkener Frachter-Kapitän

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Ein russischer Frachter steuert rasant direkt auf einen Strand bei Gdańsk zu. In letzter Minute kann er gestoppt werden, die Crew war dabei offenbar stark alkoholisiert.

Ein Containerschiff in voller Fahrt auf dem offenen Meer.
Der Frachter steuerte auf direktem Kurs auf die polnische Küste zu. (Symbolbild: Getty)

Etwaige zufällige Spaziergänger am Strand von Sobiezewo müssen sich am frühen Samstagmorgen vorgekommen sein, wie im Hollywood-Kracher "Speed 2". In dem Actionfilm mit Sandra Bullock aus dem Jahr 1997 rast ein Kreuzfahrtschiff ungebremst auf einen Hafen zu. In diesem Fall war es allerdings kein Kreuzfahrtschiff, sondern ein tonnenschwerer Stückgutfrachter, der direkt auf die Halbinsel vor Gdańsk (Danzig) Kurs genommen hatte.

Keine Antwort auf Funksprüche

Dahinter steckte auch nicht wie im Film ein rachsüchtiger Ex-Programmierer. Es gab eine viel einfachere Lösung. Der Frachter unter russischer Flagge war in Litauen im Hafen von Klaipėda in See gestochen. Doch dann tauchte die MS Ruslana plötzlich vor der polnischen Küste auf und hielt Kurs auf Gdańsk. Auf Funksprüche des polnischen Rettungsdienstes reagierte niemand an Bord, wie die Nachrichtenseite "PolsatNews" berichtete. Auf den Satellitenbildern ist zu sehen, wie der Frachter direkt auf die Küste zusteuert.

Scharfe Wende kurz vor der Havarie

Als wiederholt keine Antwort von Bord der MS Ruslana kam, wurde der polnische Grenzschutz verständigt, wie eine Sprecherin des Seeamtes in Gdańsk mitteilte. Das kasubische Grenzschutzgeschwader wurde los geschickt und konnte die Fahrt des Frachters nur einen Kilometer vor der Küste stoppen und das Schiff zu einer Wende zwingen, die es vom Ufer weg lenkte. Nur wenig später wäre der Frachter auf Grund gelaufen und havariert.

An Bord stellten die Grenzschützer schnell die Ursache des fatalen Kurses fest. Offiziere und Kapitän hatten offenbar ziemlich gebechert. Bei allen dreien wurden hohe Promille-Werte festgestellt. Der Kapitän hatte etwa ein Promille, seine beiden Offiziere sogar anderthalb. Die MS Ruslana wurde von den Grenzschützern sicher zum Hafen von Gdańsk geleitet. Dort liegt sie jetzt vor Anker, solange das Geschehen noch vom Seeamt untersucht wird. 

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