Vor laufender Kamera: Hund beißt Moderatorin ins Gesicht

Die Vorgeschichte des tierischen TV-Auftritts war rührend: Eine argentinische Dogge war von einem Feuerwehrmann aus einem eiskalten See gerettet worden – sein Herrchen war dem Retter natürlich überaus dankbar. Das Trio wurde daraufhin in eine US-Nachrichtensendung eingeladen. Doch was als Wohlfühl-Talk begann, endete in einem Drama: Die Dogge „Gladiator Maximus“ biss die Moderatorin vor laufender Kamera ins Gesicht.

Moderatorin Kyle Dyer wollte den TV-Auftritt von Hund, Herrchen und Held so emotional wie möglich gestalten. Beim Interview für die Sendung „9News“ des Senders KUSA-TV saßen Hundebesitzer Michael Robinson und Feuerwehrmann Tyler Sugaski gemütlich auf dem Sofa, während Moderatorin Dyer auf dem Boden kniete und Hund „Max“ liebevoll Streicheleinheiten verpasste. Immer wieder tätschelte sie den 85 Pfund-Vierbeiner, kraulte ihn und war voll des Lobes für die Dogge. Die ließ die Zuwendungen der fremden Dame zunächst auch über sich ergehen.

Doch gerade, als die Moderatorin dem Trio ein schönes Wochenende gewünscht hatte und sich zum Abschluss nochmal kurz zu dem Tier vorbeugte, geschah es: „Gladiator Maximus“, wie der Hund mit vollem Namen heißt, ging in Angriffsstellung und schnappte zu. Er biss Dyer ins Gesicht, die sich daraufhin erschrocken an Mund und Nase fasste und prompt aus dem Bild verschwand.

Nach Informationen des Senders kam die Moderatorin sofort ins Krankenhaus und unterzog sich im Denver Health Medical Center einem plastisch-chirurgischen Eingriff an der Lippe. Am Donnerstagnachmittag sei sie aus dem Krankenhaus entlassen worden, berichtet „9News“. Die Moderatorin sei in guter Verfassung, auch wenn sie aufgrund ihrer Verletzungen derzeit nicht sprechen könne.

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Der Hund steht aktuell im Tierheim „Denver Animal Shelter“ unter Quarantäne. Seinem Besitzer dürfte ein Bußgeld blühen. Doug Kelley von der Tierschutzorganisation „Denver Animal Care and Control“ erläuterte gegenüber „9News“ die Vorwürfe gegen den Halter: Erstens habe der Hund eine Person gebissen. Zweitens habe der Besitzer das Tier nicht angeleint und damit gegen den Leinenzwang verstoßen.  Drittens sei „Max“ nicht gegen Tollwut geimpft gewesen. Allerdings, betonte Kelley, zeige der Hund auch keinerlei Anzeichen für die Krankheit. 

Sein Herrchen ergriff derweil Partei für das Tier: „Max ist ein zärtlicher, liebevoller Familienhund“, erklärte Robinson laut „CBS News“. „Der Vorfall ist wirklich unglücklich und spiegelt nicht Max’ Haltung gegenüber Menschen wider.“ 

In den amerikanischen Medien meldeten sich nach dem Vorfall auch Tier-Experten zu Wort, die der Moderatorin zumindest eine Teilschuld an dem Vorfall geben. So sagte etwa die bekannte New Yorker Hundetrainerin Colleen Safford, Max habe der Moderatorin durch Körpersprache signalisiert, dass er sich von ihr bedrängt fühle  - und dass er sie beißen werde, wenn sie nicht aufhört.

Nach Aussage von Patti Dennis, Vizepräsidenten von KUSA-TV, hätte der Hund vor dem TV-Auftritt mit verschiedenen Personen zu tun gehabt. „Alles schien in Ordnung zu sein“, erklärte sie. Trotz des Vorfalls wolle der Sender auch weiterhin mit Tieren vor der Kamera arbeiten.

Ob die Moderatorin da künftig noch so unerschrocken mitmachen wird? In jedem Fall, so Dennis, werde Dyer nach ihrer Genesung wieder für den Sender tätig sein.

















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