Vorsitzender von Gesundheits-Bundesausschuss will Homöopathie strenger prüfen

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für freiwillige Leistungen wie Rücken-Kurse und Homöopathie haben sich einem Bericht zufolge binnen vier Jahren fast verdoppelt

Der einflussreiche Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses von Kassen, Ärzten und Krankenhäusern (G-BA), Josef Hecken, verlangt eine strengere Prüfung homöopathischer Mittel. In einem Gastbeitrag für den "Focus" monierte Hecken eine teilweise zu unkritische Kostenübernahme durch die Krankenkassen und verlangte entsprechende Änderungen im Sozialgesetzbuch.

"Bei homöopathischen sowie anthroposophischen Präparaten und Methoden sind zwingend Anforderungen an den Nachweis der Unschädlichkeit notwendig, ebenso wie wesentlich detailliertere Angaben zu möglichen Risiken", schrieb Hecken. Er ist der unparteiische Vorsitzende des G-BA. Das Gremium entscheidet unter anderem darüber, welche medizinischen Leistungen von den gesetzlichen Kassen erstattet werden.

Hecken kritisierte, die "angeblichen 'Nutzennachweise' in einzelnen Studien" für alternative Mittel gingen meist nicht über Fallberichte hinaus und hätten "keinerlei wissenschaftliche Aussagekraft". Angesichts des "nicht belegten Nutzens und unklarer Gefahren beim Einsatz homöopathischer Präparate oder alternativmedizinischer Methoden" sei es unverständlich, weshalb einige Kassen dies finanzierten. Er forderte, den entsprechenden Paragrafen im Sozialgesetzbuch V enger zu fassen, so dass Unbedenklichkeit und Nutzen belegt sein müssten.

Hecken verwies auch auf Gefahren: Alternativmedizin und Homöopathie würden im Gesundheitssystem nicht rational, sondern emotional bewertet, monierte er. Stattdessen müsse Evidenz verlangt werden. Zudem müsse unterbunden werden, dass Patienten bei schweren Erkrankungen auf "unbelegte Heilsversprechen vertrauen und damit auf eine schulmedizinische Therapie verzichten, die ihr schweres Leiden lindern oder gar heilen könnte".

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