Vorstand der französischen César-Akademie tritt geschlossen zurück

Der Vorstand der französischen César-Akademie ist nach Kritik an der Nominierung des umstrittenen Filmemachers Roman Polanski geschlossen zurückgetreten. Um die Filmschaffenden des Jahres 2019 zu ehren und wieder Ruhe einkehren zu lassen, habe die Leitung sich zu diesem Schritt entschlossen, teilte die Akademie am Donnerstagabend mit. Nach der Preisverleihung am 28. Februar werde eine Hauptversammlung abgehalten, auf der ein neuer Vorstand gewählt werden soll.

Die Akademie war unter Beschuss geraten, weil sie das Drama "Intrige" des mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontierten Filmemachers Polanski in zwölf Kategorien nominiert hatte - unter anderem als bester Film und für die Auszeichnung als bester Regisseur. Polanski führt die Nominierungen für den Filmpreis César damit an.

Kurz vor dem Filmstart im vergangenen November hatte ein früheres Model Polanski vorgeworfen, sie 1975 vergewaltigt zu haben. Der Filmemacher bestreitet den Vorwurf. Frauenrechtlerinnen forderten deshalb die Absetzung des Films. In den USA droht dem Regisseur weiter ein Prozess wegen Sex mit einer Minderjährigen, den er 1977 auch einräumte, bevor er das Land für immer verließ.

Am Montag hatten rund 400 Filmschaffende in einer in der Zeitung "Le Monde" veröffentlichten Stellungnahme eine "tiefgreifende Reform" der César-Akademie gefordert. Sie warfen der Institution unter anderem "Intransparenz" vor.