Voss-Tecklenburg: "Verträge anpassen" für Fußball-Mamas

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hat sich nach dem aufsehenerregenden Fall Sara Björk Gunnarsdottir für besseren Schutz von Müttern im Profifußball ausgesprochen. "Wir müssen Verträge anpassen, wir müssen zum Teil auch Gesetze verändern, dass wir einen sicheren Raum haben, dass es keine Benachteiligung gibt", sagte Voss-Tecklenburg am Rande einer Talkrunde in Düsseldorf am Donnerstagabend.

Das Tribunal das Weltverbandes FIFA hatte Gunnarsdottir im Rechtsstreit mit ihrem ehemaligen Verein Olympique Lyon eine Gehaltsnachzahlung von 82.000 Euro zugesprochen. Der Champions-League-Rekordsieger hatte der Isländerin während ihrer Schwangerschaft 2021 das Gehalt gekürzt.

Laut Bundestrainerin habe die Ex-Wolfsburgerin "zurecht den Finger in die Wunde gelegt", da sie "den jungen Fußballerinnen, der nächsten Generation die Möglichkeit geben möchte, dass man Mutter werden kann, ohne dass es in irgendeiner Form nachteilig ist." Voss-Tecklenburg (55) war selbst während ihrer aktiven Laufbahn Mutter geworden.

Die Vereinbarkeit von Familie und Profifußball ist auch im Kreis des deutschen Nationalteams ein aktuelles Thema. Im vergangenen Herbst brachte Melanie Leupolz (FC Chelsea) ihr erstes Kind zur Welt, Torhüterin Almuth Schult ist seit dem Frühjahr 2020 Mutter von Zwillingen.

Bei der Länderspielreise in die USA im vergangenen November "haben sich unsere Spielerinnen mit den Amerikanerinnen ausgetauscht zu diesen Themen", berichtete Voss-Tecklenburg. Im Land der Weltmeisterinnen gehören "Soccer Moms" im Nationalteam schon seit vielen Jahren zum Alltag.