VW Golf GTD (2020) debütiert mit Super-Sauber-Diesel

de.info@motor1.com (Stefan Wagner)
2020 Volkswagen Golf GTD

Mehr Leistung für den Pendler-König

Es ist die große Golf-GT-Sause am Lac Léman. Neben der achten Generation GTI und dem Plug-in-Hybrid-Sportler GTE zeigt Volkswagen auf dem Genfer Autosalon 2020 mit dem neuen Golf GTD auch gleich noch den Traum aller dynamischen Pendler.

Der Power-Diesel stirbt also mitnichten, auch nicht im kompakten Bestseller. Wolfsburg nennt ihn den "Langstrecken-Sportler", der "sehr große Reichweiten" ermöglicht. Wie groß genau diese Reichweiten sind, sagt man uns noch nicht, aber wenn Sie Angst vor Elektro- und Ladefrust haben, wissen Sie, was zu tun ist. 

Ein schlechtes Gewissen sollen Sie dabei freilich nicht haben. Der neue 2.0-Liter-TDI kommt wie die anderen Turbodiesel des neuen Golf mit zwei hintereinander geschalteten SCR-Kats. Das neue
Twindosing-SCR-System mit doppelter AdBlue-Einspritzung soll die Stickoxid-Emissionen im Vergleich zum Vorgänger deutlich reduzieren.

Was im Vergleich zum Vorgänger steigt, ist die Leistung: Der Golf 8 GTD bringt es auf 200 PS und 400 Nm Drehmoment, ein Plus von 16 PS und 20 Nm. Über ein serienmäßiges Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe geht die Kraft wie bisher an die Vorderräder. Zum Vergleich: Der einzige echte Konkurrent Ford Focus ST hat einen Zweiliter-Diesel mit 190 PS und 400 Nm.

Auch diese Sport-Gölfe kommen noch

Angaben zu Beschleunigungswerten und Höchstgeschwindigkeit macht VW noch nicht. Der alte Golf 7 GTD ging in 7,5 Sekunden auf 100 und schaffte 230 Spitze. Erwarten Sie jeweils leichte Verbesserungen.

In Sachen Fahrwerk setzt VW weiterhin auf eine McPherson-Vorder- und eine Meherlenker-Hinterachse. Ein Sportfahrwerk mit 15 mm Tieferlegung ist serienmäßig. Feinschliff an der elektronischen Vorderachssperre XDS und an den optionalen DCC-Dämpfern soll die Spreizung zwischen Komfort und Dynamik "deutlich" vergrößern. 

Cooles Gimmick der neuesten Adaptiv-Dämpfer-Generation: Im Individual-Modus kann man seine Fahreinstellungen nun per digitalem Schieberegler über die normalen Fahrstufen Comfort, Eco und Sport hinaus einstellen und speichern. So verspricht Volkswagen jenseits von "Comfort" eine "maximale Entkoppelung der Karosserie von der Straße" und oberhalb von "Sport"  eine "maximale Dämpfung für minimierte Karosseriebewegungen und ein besonders direktes Fahrverhalten".

Optisch schlägt der neue GTD in die gleiche Kerbe wie GTI und GTE. Die Insignien der Macht sind ein durchgehendes Wabengitter unter dem Grill, in das VW optional ein X-förmiges LED-Tagfahrlicht integriert sowie ein silberner Streifen der sich vom Kühlergrill bis in die serienmäßigen LED-Scheinwerfer zieht. Der Grill selbst ist erstmals beleuchtet. 

Der GTD steht serienmäßig auf 17-Zöllern, kann auf Wunsch aber auch mit 18- oder 19-Zoll-Rädern bestückt werden. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind die kleinen Frontspoiler-Ecken, die verbreiterten Seitenschweller, ein größerer Dachspoiler sowie der Heckdiffusor, der beim GTD ein linksbündig angeordnetes Doppelendrohr aufnimmt. Das "GTD"-Emblem wandert zudem in die Mitte der Heckklappe.

Innen setzt Volkswagen natürlich auch bei seinen Golf 8-Sportmodellen auf mehr Digitalisierung. Das Sportlenkrad kommt mit Touchbedienung und eigener Taste fürs assistierte Fahren bis 210 km/h. Das 10-Zoll-Infotainmentsystem sowie das digitale 10,25-Zoll-Instrumentendisplay sind Serie. 

Wenn Sie auf Farben stehen, werden Sie sich über das Ambientelicht (in 30 frei konfigurierbaren Tönen) und den neuen Start-Stopp-Knopf freuen, der bis zum Start des Autos rot pulsiert. Ganz klassisch bleibt hingegen das Gestühl: Die Sportsitze mit integrierter Kopfstütze tragen im GTD schwarz-graues Karomuster mit schwarzen Nähten.

Wann der Golf 8 GTD beim Händler steht und was er dann kosten wird, ist noch nicht raus. Wir rechnen mit einer Markteinführung im zweiten Quartal 2020.