Wütender Henssler geht auf Joachim Llambi los: "Nicht mit mir, mein Freund!"

Jürgen Winzer
·Lesedauer: 5 Min.

Friede, Freude, Eierlikörkuchen? Bei "Grill den Henssler - Das Weihnachtsmenü" (VOX) war es ein langer Weg bis zur friedfertigen Stimmung. Vorher gab's als Speisenwürze selbstverliebte Labertaschen, zynische Spitzen und einen wutschäumenden "Küchentornado". Also eigentlich alles wie immer.

Das, aus Steffen Hensslers Sicht, Wichtigste vorab: Der "einzig wahre Küchengott des deutschen Farbfernsehens" (O-Ton Moderatorin Laura Wontorra) hat die ultimative Katastrophe abgewendet: Mit einem letztlich überzeugenden 100:89-Sieg hat Steffen auch die 13. Staffel ingesamt 4:3 gewonnen und sich vor der ersten Staffelpleite in sieben Jahren "Grill den Henssler" bewahrt. Da konnte der Mâitre am Ende die Huldigung des Saalpublikums (bei der Aufzeichnung im September war das noch erlaubt) in Form von Sprechchören lässig lächelnd goutieren.

Vorher war er weniger entspannt. Er war richtig sauer!

Henssler zetert gegen Llambi: "Der will bescheißen!"

Das "rote Geschirrtuch" für Steffen Henssler stand in Gestalt von "Let's Dance"-Hardliner-Juror Joachim Llambi ("Ich bin der Meinung: Lieber ein bisschen härter, dann kommt hinterher mehr raus") in der Konkurrenzküche. Llambi wollte gemeinsam mit Sonja Zietlow und Laura Karasek Steffen die entscheidende Niederlage beifügen. Zur Not auch mit unlauteren Mitteln: Beim Improgang werkelte Lllambi noch deutlich nach Ende der Zeit auf den Tellern am Jurytisch. Uiuiui - da pfiff der Henssler aber wie der brodelnde Teekessel!

"Mutt du gucken!", brüllte er Laura Wontorra an, doch bitte einzuschreiten. "Viiieeel zu spät! Null Punkte!" Die Sache war für Henssler klar: "Der härteste Juror will bescheißen, das dachte ich mir. Aber nicht mit mir, mein Freund!" Es bedurfte der Jury - zeitgemäß gewandet im Ugly Sweater (Christian Rach), Nikolaus-Jacket (Reiner "Calli" Calmund") und im Christbaum-Kleid (Mirja Boes) -, um das Henssler'sche Mütchen zu kühlen: Die bewertete Hensslers Kreation gelungener. Das bedeutete eine 16:13-Führung und dass der "Betrug" unter den Kochtisch fiel.

Henssler höhnt: "In den frühen 80er-Jahren, da war der Llambi so um die 40"

Aber die verbalen Giftpfeile zwischen Llambi und Henssler flogen auch bei der Vorspeise weiter: "Ich mach was Fischiges, weil das kann der Henssler nicht", neckte der "Let's Dance"-Veteran. Der Kochprofi konterte angesichts der Aufgabe "Zander mit Kartoffelschuppen" lässig: "Pff, das ist ein Klassiker. Den hat man in den frühen 80er-Jahren überall gekocht, da war der Llambi so um die 40."

Sich Sorgen machen? Hatte der "Küchentornado" (Laura Wontorra über Steffen Henssler) gar nicht nötig. Er sicherte sich alle vier Menügänge und konnte es sich sogar leisten, zwei von drei Küchen-Competitions teilweise furios in den Sand zu setzen. Immerhin: Beim Raten von Weihnachtslied-Textzeilen blamierte nicht nur er sich, auch Joachim Llambi war bei "Schneeflöckchen, Weißröckchen" oder "Stille Nacht, heilige Nacht" keineswegs textsicher. Laura Wontorra war trotzdem entsetzt: "Steffen, du kennst 'Last Christmas' nicht auswendig?"

Kochcoach verzweifelt bei Dauer-Gequassel: "Das geht in die Hose!"

Let's talk abaout Laura W. Obwohl "mein Herz dem Fußball" gehört, habe sie sich "in diese Sendung verliebt", gestand sie Sonja Zietlow, die daraufhin freundlich zurücksäuselte: "Und die Sendung auch in dich!" Und sie gestand noch viel mehr. Das lag an Joachim Llambi und ihrer Vornamensvetterin Karasek. Ersterer hatte von Lauras Investigativfragen am Herd ("Stimmen die Gerüchte, wonach du und deine Frau wieder glücklich zusammen sind?") schnell die Schnauze voll und drehte den Spieß um - und verhörte Laura.

Frau Karasek wiederum teilt mit Frau Wontorra nicht nur das Faible für Partys, sondern auch das schlimme Schicksal eines berühmten Vaters. Die Damen beichteten einander (und dem Publikum) wortreich, dass sie nach außen vor allem als die "Tochter vom berühmten Vater" bekannt seien. Die der "Fußball-Reporterlegende" Jörg auf der einen, die des "Literaturkritiker-Papstes" Hellmuth auf der anderen Seite. Tja, DAS sind Probleme, liebe Leute!

Kochcoach Stefan Marquard verzweifelte ob des vielen Gequassels am Herd zusehends ("Das geht in die Hose!"), aber Steffen Henssler hatte - nach knappem 27:26-Erfolg in der Hauptspeise (Ente mit Rotkohl und Klößen) Verständnis und Einsehen: Er platzierte den fälligen "Grill-Stempel" quer über Lauras Mund. "Da gehört er hin!"

Sonja Zietlow scheitert mit "dem besten Eierlikörkuchen der Welt"

Sonja Zietlow warf alles in die Waagschale. Vor allem ihr eigenes Spezialrezept von "Eierlikörchen mit Pistaziencreme und marinierten Orangen". Der würde von "meinem Team" auch "der beste Eierlikörkuchen der Welt" genannt. Irgendwie doof, dass Steffen Henssler den besser machte. Als das 29:23 feststand, fiel Sonja fast das Dauerlächeln aus dem Gesicht. Christian Rach und Mirja Boes, die sich als "praktizierende Eierlikörfans" outeten, hatten beide die Traumnote zehn vergeben. Calli nur ne 9, aber: "Ich sauf ja auch nit so viel Eierlikör wie ihr in der Garderobe." Das wollte Rach nicht auf sich sitzen lassen: "Komm, du bist doch nur wegen dem Eierlikör in meine Garderobe gezogen!" Abgründe tun sich auf!

Am Ende war dann doch alles heiter und freundlich. Das weihnachtliche Studio war erfüllt von Besinnlichkeit (Calli: "So kann isch mer Weihnachten vürstelle!") und dem Duft von "lauwarmem Glühwein", den sich die Lauras in einer Plapperpause voneinander beseelt hinters Bindchen gossen. Am Ende wurde Laura W. so euphorisch ("Das war ein würdiges Staffelfinale!") wie wahrhaftig: "Bleiben Sie gesund!"

Das ist derzeit wirklich die Hauptsache. Also dann, ums mit Calli zu sagen: "Schluss, aus, Nikolaus!" Bis nächstes Jahr, GdH!