Waffen bei "Reichsbürger" in Brandenburg beschlagnahmt

Nach der Entführung eines zwölfjährigen Mädchens aus Leipzig ist Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen erlassen worden. Der Tatvorwurf lautet auf Freiheitsberaubung in Verbindung mit einem Sexualdelikt und Körperverletzung, wie die Polizei mitteilte

Die Polizei hat bei einem sogenannten Reichsbürger in Brandenburg neun Waffen samt Munition beschlagnahmt. Die auf den 57-Jährigen aus Fürstenberg zugelassenen Waffenbesitzkarten und Jagdscheine wurden eingezogen, wie die Polizei am Montag mitteilte. Der Durchsuchung des Grundstücks war ein entsprechender Beschluss des Verwaltungsgerichts Potsdam vorausgegangen.

Der 57-jährige, der den Angaben zufolge der sogenannten Reichsbürgerszene angehört, sowie eine 65-jährige Frau wurden vorläufig festgenommen. Im Wohnhaus des Tatverdächtigen fanden die Beamten drei versteckte Waffen; anschließend habe der Mann der Polizei noch sechs weitere Waffen übergeben, die er in der Wohnung eines Bekannten aufbewahrte. Da er für die sechs Waffen keine entsprechende Erlaubnis besaß, wird gegen ihn wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt.

Eine Überprüfung der ebenfalls in dem Haus angetroffenen 65-jährigen Frau ergab, dass diese durch die Staatsanwaltschaft Berlin gesucht wurde. Sie hatte einen Strafbefehl wegen Volksverhetzung über 1800 Euro nicht bezahlt und muss jetzt die nächsten 80 Tage Ersatzfreiheitsstrafe im Gefängnis verbringen.

Die in etlichen Kleinstgruppen agierenden sogenannten Reichsbürger erkennen die Bundesrepublik nicht an. Sie gehen davon aus, dass das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 noch existiert. Einige Anhänger vertreten rechtsextremistische Positionen. Im Oktober erschoss ein Anhänger in Bayern einen Polizisten, seitdem rückte die Gruppierung verstärkt ins Visier der Sicherheitsbehörden.

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