Wahl in St. Petersburg: Oppositionspolitiker hat plötzlich zwei Doppelgänger

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Wahlkampf kann seltsame Blüten treiben. Doch dieser Fall aus St. Petersburg ist besonders kurios. Denn auf den Wahlzetteln tauchen plötzlich zwei Doppelgänger eines Oppositionskandidaten auf.

Der russische Oppositionspolitiker Boris Vishnevsky hält die Wahlunterlagen mit seinen beiden Doppelgängern hoch.
Nur einer dieser drei Boris Vishnevskys ist echt, die anderen beiden Kandidaten sind offenbar Doppelgänger, die auf den Wahlzetteln auftauchten. (Bild: Olga OLGA MALTSEVA/AFP via Getty Images)

Der 65-jährige Boris Vishnevsky trat bei den Wahlen für das Stadtparlament in St. Petersburg für die linksliberale Jabloko Partei an. Doch wenn es vom 17. bis zum 19. September an die Urnen geht, werden viele Wähler ziemlich verwirrt sein. Auf Plakaten für die Regionalwahl taucht nämlich nicht nur ein Vishnevsky auf. Stattdessen stehen dort drei Kandidaten mit dem selben Namen zur Wahl, die sich alle auch noch ziemlich ähnlich sehen.

Manipulation des Kreml?

Vishnevsky, der in St. Petersburg ein bekannter Oppositioneller ist, vermutet Betrug hinter den Doppelgängern. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte er: "Diese Leute treten nicht an, umgewählt zu werden, sondern um Wähler zu verwirren." Sie hätten nicht nur ihre Namen verändert sondern sogar ihr Aussehen, behauptet der Jabloko-Kandidat.

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Auf seinem Twitter-Account postete er ein Bild der Wahlunterlagen mit den beiden Doppelgänger, die sich lediglich durch einen anderen Zweitnamen von ihm unterscheiden.

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Diese illegale Wahltaktik ist in Russland recht weit verbreitet. Oft tauchen Kandidaten mit sehr ähnlich klingenden Namen auf Wahllisten auf, um Wähler zu irritieren und Stimmen der Original-Politiker abzugreifen. So dreist und offensichtlich wie in diesem Fall dürfte es allerdings selten passiert sein.

Wahlkommission weist Beschwerde ab

Möglicherweise steckt ein gezielter Manipulationsversuch des Kremls hinter den Doppelgängern. Denn einer der beiden falschen Vishnevskys heißt eigentlich Viktor Bykow und ist Mitglied der Regierungspartei, wie der österreichische Kurier herausfand. 

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Das vermutet auch der echte Boris Vishnevsky, der sich inzwischen an die Wahlkommission gewandt hat. Allerdings wurde seine Beschwerde dort abgewiesen, formal seien alle drei berechtigt, bei den Wahlen anzutreten. Nun hofft Vishnevsky, dass sich die Wähler in St. Petersburg am kommenden Wochenende nicht von den beiden Doppelgängern täuschen lassen und ihm trotz der Verwirrungstaktik seine Stimme geben.

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