Wahl in Kasachstan: Formsache für Tokajew?

Kasachstan stimmt am Sonntag über die Besetzung des höchsten Staatsamtes ab. Neben Präsident Kassim-Schomart Tokajew, der seit März 2019 Staatsoberhaupt ist und damals Langzeitherrscher Nursultan Nazarbajew nachfolgte, bewerben sich zwei Frauen und drei Männer, denen Oppositionelle keinerlei Siegchancen einräumen. Tokajew hat ein „neues Kasachstan“ angekündigt und will unter anderem eine Justizreform umsetzen.

Wir wählen jedenfalls Tokajew, das ist kein Geheimnis, denn die anderen Kandidaten kennen wir nicht einmal.

„Wir als Volk verbinden große Hoffnung mit Tokajew. Wir meinen, dass es mit ihm als Präsidenten Fortschritt geben wird“, sagt eine Frau.

Ein Mann kündigt an: „Wir wählen jedenfalls Tokajew, das ist kein Geheimnis, denn die anderen Kandidaten kennen wir nicht einmal."

Ein Architekt aus Almaty hält mit seiner Ablehnung des Präsidenten nicht hinter dem Berg: „Die Wahlergebnisse waren schon immer gefälscht, aber sie waren noch nie so vorsätzlich und offensichtlich demütigend wie die jetzige sogenannte Wahl, die Tokajew durchführt."

Im Januar kam es wegen erheblich gestiegener Treibstoffpreise zu schweren Unruhen in Kasachstan. Tokajew, der „von einem versuchten Staatsstreich“ sprach, forderte daraufhin den Einsatz von Truppen des Militärbündnisses OVKS an, dem unter anderem Russland angehört.