Wahlkampf ohne Aussage: Die Koalitionskarten der Parteien gehören auf den Tisch

Die Offenlegung möglicher Koalitionspläne sollte zu einer Demokratie dazugehören.

Drei Dinge braucht der Politiker, braucht die Politikerin, um eine erfolgreiche Koalition zu bilden: Eine Mehrheit der Mandate, politischen Willen – und eine über die bloße Arithmetik hinausgehende Bereitschaft in der Gesellschaft, der Idee, dem Kurs eines neuen Bündnisses zu folgen.

Der Zeitgeist ist Merkel-müde – aber auch zum Wandel bereit?

Dafür kann man auf den Zeitgeist hoffen, wie 1998 die Grünen. Eigentlich wollte Gerhard Schröder nach seinem Wahlsieg damals lieber eine große Koalition bilden. Doch dann erwies sich die Erwartung der Wähler von SPD und Grünen und ihres gesellschaftlichen Umfelds auf einen echten Neuanfang nach Helmut Kohl als so stark, dass die wirkliche Alternative, dass Rot-Grün einfach kommen musste.

Aber ähnelt die Lage heute jener vor fast 20 Jahren? Eher doch nicht. Der Zeitgeist ist zwar irgendwie Merkel-müde, aber so groß ist der Leidensdruck noch nicht, dass der Wechsel unausweichlich erscheint. Wer ihn will, muss also etwas tun für den Stimmungswandel im Land.

Er sollte vor allem aufhören, die Koalitionsfrage wie eine Wundertüte für die Wähler zu behandeln. In diesem Jahr scheinen sich fast alle Parteien etwas darauf einzubilden, ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf zu ziehen. Sie stellten erst einmal nur sich zur Wahl, lautet das populär anmutende Argument. Die Wähler würden mit ihren Stimmen darüber entscheiden, welche Regierungsmöglichkeiten es dann gebe, das sei zu respektieren.

Die fehlenden Koalitionspläne geben dem Wähler keine Übersicht

Das klingt sehr demokratisch, ist es aber nicht. Die Wähler können in dieser Aufstellung eigentlich gar nichts entscheiden, weil sie nicht...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen