Wahlleutekollegium ebnet Trump den Weg ins Weiße Haus

Das Wahlleutekollegium hat dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump mit breiter Mehrheit den Einzug ins Weiße Haus geebnet: Auf den 70-jährigen Milliardär entfielen 306 Stimmen - 270 hätten gereicht
Das Wahlleutekollegium hat dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump mit breiter Mehrheit den Einzug ins Weiße Haus geebnet: Auf den 70-jährigen Milliardär entfielen 306 Stimmen - 270 hätten gereicht

Mit breiter Mehrheit hat das Wahlleutekollegium dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump den Einzug ins Weiße Haus geebnet: Auf den 70-jährigen Milliardär entfielen bei der Abstimmung am Montag (Ortszeit) 306 Stimmen - 270 hätten gereicht. Nur sieben Wahlleute wurden gegenüber dem Wählervotum vom 8. November abtrünnig. Trump versprach, "das Land zu einen", dem eine "strahlende Zukunft" bevorstehe.

Die Wahlleute gaben ihre Stimmen in ihren jeweiligen Bundesstaaten ab. Sie waren zwar nicht zwingend an das Wahlergebnis vom 8. November gebunden, es galt aber von vornherein als sicher, dass das "Electoral College" Trump zum US-Präsidenten wählt.

Einzelne Wahlleute gaben ihre Stimmen für diverse Politiker wie den früheren republikanischen Außenminister Colin Powell oder den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders ab.

Polarisierend wirkte aber vor allem der republikanische Wahlmann Christopher Suprun aus dem Bundesstaat Texas, der öffentlich angekündigt hatte, er werde nicht für Trump stimmen, weil er ihn nicht für geeignet halte, das höchste Staatsamt zu bekleiden. Suprun sagte, er habe daraufhin Morddrohungen erhalten.

Seit Wochen gibt es anhaltenden Widerstand in der Gesellschaft gegen den Amtsantritt Trumps, der am 20. Januar ansteht. Fünf Millionen Menschen unterzeichneten eine Online-Petition, in der die republikanischen Wahlleute aufgefordert wurden, von dem Wählervotum abzuweichen und nicht für Trump zu stimmen.

In New York gab Ex-Präsident Bill Clinton eine der 29 Wahlleute-Stimmen des dortigen Kollegiums für seine Frau Hillary ab, die Trump unterlegen war. "Ich habe niemals eine Stimme abgegeben, auf die ich stolzer war", sagte der Ex-Präsident.

Trump seinerseits feierte in einer Erklärung einen "historischen Schritt" und versprach: "Ich werde hart arbeiten, um unser Land zu einen und der Präsident aller Amerikaner zu sein."

Der Milliardär wird neuer Präsident, obwohl Clinton landesweit mindestens 2,8 Millionen mehr Stimmen errang als er. Sie verlor die Wahl, weil laut US-Wahlsystem die Ergebnisse in den einzelnen Bundesstaaten entscheidend sind: Die Staaten stellen die Mitglieder im sogenannten Electoral College. Und in fast allen Staaten gilt das Alles-oder-nichts-Prinzip, nach dem sämtliche Wahlleute eines Staates an jenen Kandidaten gehen, der dort die Mehrheit errungen hat.