Die Wahrheit über Schauspieler-Gehälter

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Vermeintlich "reiche" Schauspieler? - Das Klischee kann man getrost vergessen, sagte "Tatort"-Star Fabian Hinrichs jetzt in einem Interview: "Die Hälfte verdient etwas über 15.000 Euro Brutto pro Jahr, 70 Prozent unter 30.000 Euro, soweit ich weiß."

Fabian Hinrichs räumt mit dem Klischee des reichen Schauspielers auf (Bild: BR / Jelka von Langen)

Er ist einer der besten Charakterdarsteller seiner Generation, doch kaum einer weiß, dass Fabian Hinrichs einst fast einen ganz anderen, womöglich deutlich lukrativeren beruflichen Weg eingeschlagen hätte. "Ich hätte es als Jurist vielleicht irgendwohin bringen können. Wer weiß. Meine Noten waren sogar sehr gut", verriet Franken-"Tatort"-Schauspieler Fabian Hinrichs jetzt im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau.

Dass er irgendwann aus dem Jurastudium an die Folkwang Universität der Künste in Bochum überwechselte, habe "mit dem großen Gleichmacher" zu tun, so der 46-Jährige: dem Tod. "Ich habe rechtzeitig eingesehen, dass mein Leben zu kurz ist, um meine Zeit mit Rechtsstreitigkeiten zu vergeuden."

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Die Hälfte der Schauspieler verdient um die 15.000 Euro pro Jahr

Hinrichs, dessen Vater Polizeibeamter war, erklärte in dem Interview, dass er sich als im Film und am Theater gut beschäftigter Schauspieler zwar kaum mehr finanziellen Sorgen machen müsse, befand aber, dass die Mittel "in unserer Gesellschaft sehr unfair verteilt" seien.

Als Tatort-Kommissar kann Fabian Hinrichs sich nicht über schlechte Bezahlung beklagen, betont aber, dass dies für einen Großteil seiner Kollegen nicht gilt (Bild: Getty Images)

"Wir leben nicht in einer gerechten Gesellschaft, und das gilt es zu sehen, zu erkennen", so Hinrichs: "Ich denke ernsthaft, jeder Pfleger, jede Krankenschwester, jeder Erzieher, jeder, der so intensiv mit und für Menschen arbeitet, müsste locker das Vierfache verdienen, wenn es gerecht zugehen soll. Auch Geisteswissenschaftler verdienen zu wenig", sagte der in Franken "ermittelnde" Wahlberliner der teleschau.

Ausnahmen für die Kunst: Stars, die für erfolgreiche Rollen wenig Gehalt bekommen haben

Allerdings taugten die vermeintlich wohlhabenden Schauspieler nicht als Gegenpol. "Zwar gibt es auch da Auswüchse, und ich bin gegenüber einer Krankenschwester sicherlich privilegiert", so Hinrichs, "aber grundsätzlich werden Schauspieler und Schauspielerinnen nicht üppig entlohnt: Die Hälfte verdient etwas über 15.000 Euro Brutto pro Jahr, 70 Prozent unter 30.000 Euro, soweit ich weiß."

Seine Lösung: Bei “überbezahlten” Berufen etwas abzwacken

Er würde bei der "Finanzökonomie" ansetzen, sagte Hinrichs: "Unternehmensberater, Banker, Börsen- oder Immobilienspekulanten und sicherlich auch Juristen ... Natürlich regelt hier der Markt die Verhältnisse, dennoch könnte man, finde ich, am ehesten in diesen oft überbezahlten Bereichen etwas abzwacken, um insgesamt für mehr Gerechtigkeit zu sorgen."

Fabian Hinrichs im neuen Franken-Krimi "Tatort: Die Nacht gehört dir" (Bild: BR / Hager Moss Film GmbH / Hendrik Heiden)

Am Sonntag, 1. März (20.15 Uhr, ARD), ist Fabian Hinrichs in "Tatort: Die Nacht gehört dir" zum sechsten Mal in der Rolle des in Nürnberg ermittelnden Hauptkommissars Felix Voss zu sehen.