Walbeobachtungs-Tour bekommt seltenes Schauspiel zu sehen

Einen Wal aus nächster Nähe zu sehen ist ein Erlebnis für sich. Vor der Küste Kaliforniens bekamen Touristen nun ein Naturschauspiel der besonderen Art geboten: Die Geburt eines Wals.

Ein Grauwal aus nächster Nähe? Eine Walbeobachtungs-Tour bekam noch mehr zu sehen (Symbolbild: Getty Images)
Ein Grauwal aus nächster Nähe? Eine Walbeobachtungs-Tour bekam noch mehr zu sehen (Symbolbild: Getty Images)

Auf 95 Prozent der Touren bekommen die Touristen Wale oder Delfine zu sehen, versichert der kalifornische Walbeobachtungs-Anbieter Captain Dave's Dolphin and Whale Watching Safari auf seiner Website. Eine Garantie gibt es jedoch nicht, und selbst wenn man eines der Tiere zu sehen bekommt, rangiert das Erlebnis von ausgelassen spielenden Delfinen oder einer einzelnen Flosse, die in der Ferne aus dem Wasser ragt.

Eine Touristengruppe bekam jedoch ein Schauspiel geboten, das selbst die Tour-Leiter noch nie gesehen hatten. Direkt vor dem Boot der Whale-Watching-Tour brachte ein Grauwal ein Junges auf die Welt.

Ein Video von Captain Dave's zeigt das neugeborene Jungtier, wie es von seiner Mutter gestützt wird, während es seine ersten Schwimmversuche macht, begleitet von verzückten Rufen der Touristen und auch der Tour-Leiter, die, wie einer von ihnen in einer Durchsage verkündet, so etwas auch noch nie bezeugen durften.

Hai-Angriff? Die Tour-Leiter sind zunächst perplex

Zunächst hatten die das Tier für einen regulären Wal auf Wanderung gehalten, schnell jedoch Auffälligkeiten im Verhalten bemerkt, wie es in der Beschreibung des Youtube-Videos heißt. Dann sahen sie rote und orangene Farbflecken im Wasser. "Für einen Moment dachten wir, dass ein Hai den Wal angegriffen habe", schreibt die Organisation. "Aber nein: Anstatt dem Ende eines Lebens war es der Beginn eines neuen!"

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Normalerweise gebären Grauwale ihre Jungen bevorzugt vor den Küsten von Baja in Mexiko, wo sie sich üblicherweise paaren und auch ihre Kälber bekommen, wie die Organisation erläutert. Das wärmere Wasser bietet eine bessere Umgebung für die Neugeborenen bieten, die noch keine isolierende Fettschicht haben. Doch wenn ein trächtiges Tier sich auf ihrer Wanderung gen Alaska befindet - bis zu 19.000 Kilometer legen sie bei ihrer jährlich Rundreise insgesamt zurück - bringen sie ihre Kälber in selteneren Fällen auch vor der US-Küste zur Welt.

So wie dieses Jungtier, dessen Geburt einige staunende Zeugen hatte. Dank der reichhaltigen Milch seiner Mutter, die zu über 50 Prozent aus Fett besteht, wird das Walbaby nun rund 25 Kilo pro Tag an Gewicht zunehmen und sich auf diese Weise schnell die nötige Fettschicht anfuttern, die es in den Gewässern des arktischen Nordpazifik braucht, wo die Grauwale die meiste Zeit des Jahres leben.

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