Waldsterben in Deutschland - Klimawandel macht sich bemerkbar

Thomas Weber ist seit über 27 Jahren für diesen staatlichen Wald in Brandenburg, südlich von Berlin, verantwortlich. Im letzten Jahr begannen plötzlich die Kiefern zu sterben. Der Klimawandel macht sich bemerkbar:

"Dass es so rasant und so schnell gehen würde, das hätte ich mir nie vorstellen können".

Das Problem waren zwei aufeinander folgende Jahre mit Dürre und Rekordhitze, die durch den Klimawandel verursacht wurden. Als die durstigen Bäume ums Überleben kämpften, griffen die Borkenkäfer an. Sie gedeihen in einem wärmeren Klima und töten die Bäume.

"Wenn man eine Käferinvasion hat, würde man normalerweise den Baum räumen und den Stamm schälen, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Aber das hat durch die trockenen Sommer und den Klimawandel eine Dynamik erreicht, die ist so nicht mehr beherrschbar".

In ganz Deutschland haben große Waldflächen ein ähnliches Schicksal erlitten. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums sind rund 110.000 Hektar Wald betroffen. Das ist die gleiche Größe wie etwa 150 000 Fußballfelder.

"Das Schlimmste ist, dass man sieht, wie der Wald leidet und auch in Teilen abstirbt. Aber man kann eigentlich nichts machen".

Die Regierung in Berlin hat reagiert und einen 800-Millionen-Euro-Plan zur Rettung des Waldes entwickelt. So wird auch die Bundeswehr eingesetzt, um tote Bäume zu fällen und neue Bäume zu pflanzen, die Wurzeln haben, die tiefer gehen und Dürren besser überstehen können. Aber das Pflanzen und Wachsen von Bäumen braucht Zeit.

"Wir werden Jahrzehnte oder Jahrhunderte brauchen, bis da wieder Wald steht. Die Natur hat natürlich die Zeit. Aber ich glaube wir als Menschen haben nicht mehr die Zeit".

Die Zeit wird sicherlich knapp. Experten sagen, dass ein weiterer heißer und trockener Sommer für den deutschen Waldbestand verheerend sein könnte.

"Kann der deutsche Wald gerettet werden? Die deutsche Regierung wird es zumindest versuchen. Aber die Ursache des Problems ist jedoch der Klimawandel und niemand weiß, wie schlimm es die Wälder noch treffen wird".

Jona Källgren, Euronews