Wall Street: Raus aus Nasdaq-Index und rein in den Dow

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Ein Händler arbeitet auf dem Börsenparkett der Wall Street.
Ein Händler arbeitet auf dem Börsenparkett der Wall Street.

An der New Yorker Börse stehen Technologie-Aktien zum Ende der Woche unter Druck. Der Dow Jones hingegen ist weiter auf Rekordjagd.

New York (dpa) - Das Muster der vergangenen Tage am US-Aktienmarkt hat sich am Freitag wiederholt: Ein erneut starker Renditeanstieg am Anleihemarkt brachte Technologiewerte unter Druck, während der Dow Jones Industrial seine Rekordjagd den fünften Tag in Folge fortsetzte.

Der Leitindex verbuchte schließlich ein Plus von 0,90 Prozent auf 32.778,64 Punkte. Die Woche brachte dem Dow damit einen Zuwachs von mehr als vier Prozent.

In Standardwerten, Aktien von Unternehmen, die stark von der Konjunktur abhängen, und Aktien der «Old Economy» sehen Anleger derzeit Aufholpotenzial. Die steigenden Renditen machen dagegen den hoch bewerteten Technologie-Aktien seit einiger Zeit zu schaffen. Am Freitag verlor der Nasdaq 100 0,89 Prozent auf 12.937,29 Punkte. Auch im S&P 500 bremsten die Tech-Werte. Der Index kam mit plus 0,10 Prozent auf 3943,34 Punkte nur wenig voran.

Die Kurse von US-Staatsanleihen sanken deutlich. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel zuletzt um 0,49 Prozent auf 131,84 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen stieg im Gegenzug auf rund 1,63 Prozent.

Die aufgrund verbesserter Wachstumsaussichten steigenden Renditen stützten die Rotation in Aktiensegmente, die während der Pandemie das Nachsehen gehabt hätten und nun besonders vom Wiederhochfahren der Volkswirtschaften und einem näher rückenden Ende der Pandemie profitierten, schrieb Aktienstratege Marc Häfliger von der Credit Suisse am Freitag.

Verbuchten Techwerte wie Salesforce, Apple, Intel oder Microsoft im Dow Verluste zwischen 1,7 und 0,6 Prozent, waren vorne mit plus 6,8 Prozent erneut die Papiere des Flugzeugbauers Boeing als Repräsentant der «Old Economy». Caterpillar als zyklischer Wert aus dem Bausektor gewannen hinter Boeing 4,2 Prozent.

Boeing holte nach der Wiederzulassung seines Unglücksjets 737 Max eine weitere Bestellung herein. Die Investmentgesellschaft 777 Partners unterzeichnete einen Vertrag über 24 Jets dieses Typs. Die Aktien profitieren von der Hoffnung der Luftfahrtbranche auf ein baldiges Ende der Corona-Krise. Allein in dieser Woche haben sie mehr als ein Fünftel gewonnen.

Ein Impfstoff-Kandidat des US-amerikanischen Herstellers Novavax bietet nach Unternehmensangaben einen hohen Schutz gegen das ursprüngliche Coronavirus sowie die hochansteckende britische Variante. Die Wirksamkeit gegen «leichte, mittelschwere und schwere Erkrankungen durch den originalen Covid-19-Stamm» betrage 96,4 Prozent, teilte Novavax mit. Die Aktien gewannen mehr als acht Prozent.

Der Euro wurde nach US-Börsenschluss zu 1,1961 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1933 (Donnerstag: 1,1969) Dollar festgesetzt, der Dollar damit 0,8380 (0,8355) Euro gekostet.