War er an Massenmord beteiligt? IS-Anhänger in Ungarn vor Gericht

Mit hohem Sicherheits-Aufgebot wird Hassan F in den Budapester Gerichtssaal begleitet. Dem Syrer wird vorgeworfen, in Homs für den Islamischen Staat (IS) gekämpft zu haben.

"Er erstellte eine Todesliste"

In Ungarn muss sich der 27-Jährige für Terrorismus und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten, so Gerichtssprecher József Tamás Szabó: "Als Mitglied vom IS hat sich der Angeklagte an Massenhinrichtungen beteiligt. Er erstellte eine Todesliste, die Grundlage der Hinrichtungen war."

Erstmaliger Fall in Ungarn

Der Angeklagte ist der erste mutmaßliche IS-Befehlshaber, der sich vor einem ungarischen Gericht verantworten muss. Einem internationalen Ermittlungsteam war mit der Festnahme Hassan Fs am Budapester Flughafen im letzten Jahr ein Coup gelungen.

Verteidigung: Er habe sich in jener Zeit nicht in Syrien aufgehalten

Der mutmaßliche Massenmörder selbst beteuert, er sei unschuldig. Zum Zeitpunkt der Gräueltaten habe er sich in der Türkei und nicht in Syrien aufgehalten.

Anklage: Hassan F sei damals IS-Befehlshaber gewesen

Die Anklage der Staatsanwaltschaft widerspricht dieser Aussage entschieden: So soll Hassan F die syrische Armee 2011 verlassen und dem IS 2014 beigetreten sein. Innerhalb weniger Monate soll er zu einem militärischen Anführer aufgestiegen sein.

Die Verteidigung behauptet derweil, der Angeklagte sei überhaupt nicht fähig, eine Gruppe von Soldaten zu führen.