"Das war kein schöner Abend": So erklärt Lars Klingbeil das SPD-Debakel in Schleswig-Holstein

Trotz der schmerzhaften Niederlage in Schleswig-Holstein erwartet SPD-Chef Lars Klingbeil für die anstehende Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ein "Kopf-an-Kopf-Rennen". (Bild: ARD)
Trotz der schmerzhaften Niederlage in Schleswig-Holstein erwartet SPD-Chef Lars Klingbeil für die anstehende Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen ein "Kopf-an-Kopf-Rennen". (Bild: ARD)

Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein musste die SPD eine schmerzhafte Niederlage einstecken. Im ARD-Moma hat SPD-Chef Lars Klingbeil zum Debakel an der Wahlurne Stellung bezogen. Außerdem beurteilte er die jüngste Rede von Olaf Scholz zum Ukraine-Krieg.

Diese Wahl hatte sich die SPD ganz anders vorgestellt: Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein musste die Partei von Bundeskanzler Olaf Scholz Verluste in zweistelliger Höhe hinnehmen. Zu Gast im "ARD-Morgenmagazin" hat Parteichef Lars Klingbeil am Tag nach der herben Klatsche das Ergebnis eingeordnet. Die "niederschmetternden Zahlen", von denen Moderator Michael Strempel sprach, und das schlechteste SPD-Ergebnis in Schleswig-Holstein überhaupt machte Klingbeil an den hohen Popularitätswerten von Daniel Günther, dem "beliebtesten Ministerpräsidenten Deutschlands", fest.

Gleichwohl räumte Klingbeil ein: "Das war kein schöner Abend." Angesprochen auf den Kompetenzverlust der SPD im eigentlichen Kerngeschäft der sozialen Gerechtigkeit, den zuvor Jörg Schönenborn anhand von Umfrageergebnissen erläutert hatte, verwies Lars Klingbeil auf den Slogan der SPD im Bundestagswahlkampf: "Soziale Politik für dich". Im Koalitionsvertrag seien Themen wie der Mindestlohn, ein großes Rentenpaket und die Bekämpfung der Kinderarmut vermerkt, betonte der 44-Jährige.

"Die Projekte für diese Legislatur sind ja alle da", verlieh er seiner Aussage Nachdruck, räumte aber auch ein: "Gerade beschäftigt die Menschen der Krieg, die Frage von Leben oder Tod." Trotzdem zeigte sich Klingbeil optimistisch für die Zukunft, nicht nur für die unmittelbar anstehende Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, wo er ein "Kopf-an-Kopf-Rennen" erwarte: "Wenn man in den letzten Jahrzehnten Vertrauen verloren hat in der sozialen Frage, kann man das nicht von einem Tag auf den anderen zurückgewinnen. Aber wir wissen, wie wir das die nächsten Monate und Jahre tun werden."

SPD-Chef Lars Klingbeil (links) hat im Interview mit Michael Strempel Stellung zum SPD-Wahldebakel in Schleswig-Holstein genommen. (Bild: ARD)
SPD-Chef Lars Klingbeil (links) hat im Interview mit Michael Strempel Stellung zum SPD-Wahldebakel in Schleswig-Holstein genommen. (Bild: ARD)

"Das ist eine Zeitenwende, ein Krieg mitten in der Mitte Europas"

Neben der Wahlschlappe machte Michael Strempel im Interview mit Lars Klingbeil auch die TV-Ansprache von Bundeskanzler Olaf Scholz zum Ukraine-Krieg zum Thema. "Olaf Scholz weiß, in welcher historischen Phase wir gerade sind. Das ist eine Zeitenwende, ein Krieg mitten in der Mitte Europas", kommentierte der SPD-Chef den Auftritt des Kanzlers. Scholz sei es wichtig gewesen, am historisch bedeutsamen Tag des 8. Mai präsent zu sein und den Kurs der Bundesregierung zu untermauern, denn: "Wir erleben ja gerade, dass Wladimir Putin versucht, Geschichte anders zu definieren, weg von der Wirklichkeit."

Man lasse der Ukraine in Form von "Sanktionen, Waffenlieferungen und politischen Druck" Hilfe und Unterstützung im Kampf gegen Russland zukommen. Mit der Rede habe Scholz laut Klingbeil signalisieren wollen: "Ich werde als Bundeskanzler alles tun, damit Deutschland nicht Kriegspartei wird." Der Nachfrage Michael Strempels, ob es weitere Waffenlieferungen in die Ukraine geben werde, wich Klingbeil indes aus.

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