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Warnstreiks in öffentlichem Länderdienst: Auswirkungen auch auf Kitabereich

Im Tarifkonflikt der Beschäftigten der Bundesländer hat die Gewerkschaft Verdi mit Warnstreiks im Sozial- und Erziehungsdienst den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. In Berlin zogen laut Verdi 3000 Streikende zum Abgeordnetenhaus. (Ina FASSBENDER)
Im Tarifkonflikt der Beschäftigten der Bundesländer hat die Gewerkschaft Verdi mit Warnstreiks im Sozial- und Erziehungsdienst den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. In Berlin zogen laut Verdi 3000 Streikende zum Abgeordnetenhaus. (Ina FASSBENDER)

Im Tarifkonflikt der Beschäftigten der Bundesländer außer Hessen hat die Gewerkschaft Verdi am Donnerstag mit Warnstreiks im Sozial- und Erziehungsdienst den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. Auswirkungen gab es vor allem in Berlin, wo unter anderem die landeseigenen Kitabetriebe bestreikt wurden. Laut Verdi beteiligten sich dort etwa 3000 Beschäftigte an einer Demonstration vor dem Abgeordnetenhaus. Warnstreiks gab es zudem in Hamburg und Bremen.

Zur Zahl der von den Warnstreiks betroffenen Kitas in Berlin konnte ein Verdi-Sprecher keine Angaben machen. Der Gewerkschaft zufolge entfällt auf die landeseigenen Betriebe mit ihren etwa 7600 pädagogischen Fachkräften etwa ein Fünftel der Kitaplätze der Hauptstadt. Parallel wurden dort auch Kitas der Arbeiterwohlfahrt bestreikt, bei der über einen Haustarifvertrag verhandelt wird. In den Ausstand traten auch Mitarbeitende von Jugend- und Sozialämtern und Schulen, darunter etwa Sozialarbeiterinnen und -arbeiter.

Weitere Schwerpunkte des Warnstreikaktionstags am Donnerstag lagen laut Verdi in Hamburg und Bremen. In Bremen demonstrierten der Gewerkschaft zufolge 1400 Beschäftigte. Auch in Hamburg wollten sich Streikende aus verschiedenen Ämtern und Behörden versammeln, um ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem Sozial- und Erziehungsdienst zu unterstützen. Anders als etwa in Berlin sollte es dort bei landeseigenen Kitaträgern keine Warnstreiks geben, weil diese zum kommunalen öffentlichen Dienst gehören.

Derzeit laufen Tarifgespräche für rund 1,1 Millionen Beschäftigte der Länder außer Hessen. Die Gewerkschaften fordern 10,5 Prozent, monatlich jedoch mindestens 500 Euro mehr Geld und einen Inflationsausgleich. Die Arbeitergeber verwiesen auf eine schwierige Haushaltslage, machten bislang aber kein eigenes Angebot. Bisher gab es zwei erfolglose Verhandlungsrunden, eine dritte Runde ist für Anfang Dezember geplant. Die Gewerkschaften kündigten an, ihre Warnstreiks im Vorfeld auszuweiten.

Parallel zum Aktionstag im Sozial- und Erziehungsdienst liefen am Donnerstag auch Warnstreiks in anderen Verwaltungsbereichen. So waren in Hamburg unter anderem Beschäftigte in den Bezirksämtern und bei der Feuerwehr zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. In Bayern wollten nach Angaben von Verdi Mitarbeitende an mehreren Hochschulen in einen Warnstreik treten, in Baden-Württemberg waren parallel dazu unter anderem Warnstreiks von Beschäftigten der Landesdenkmalpflege vorgesehen.

bro/cfm