Diese Karte sorgt weltweit für Empörung

·Lesedauer: 4 Min.

Eigentlich ist es nur eine Weltkarte mit unterschiedlichen Grüntönen, aber genau diese Farbabstufungen sind es, die rund um den Erdball für Aufregung sorgen, denn sie zeigen die weltweite Verteilung der Corona-Impfstoffe - und die ist alles andere als gerecht.

Mittlerweile wurden zahlreiche Corona-Impfstoffe freigegeben, die weltweite Verteilung findet allerdings nicht gerecht statt. (Symbolbild: Getty Images)
Mittlerweile wurden zahlreiche Corona-Impfstoffe freigegeben, die weltweite Verteilung findet allerdings nicht gerecht statt. (Symbolbild: Getty Images)

Eine Weltkarte, die mit verschiedenen Grünabstufungen zeigt, wie die zugelassenen Covid-19-Impfstoffe international verteilt sind, hat bei vielen für Empörung gesorgt. Zahlreiche User behaupten, sie zeige, dass ärmere Länder deutlich benachteiligt würden.

Weltkarte zeigt ungerechte Impfstoff-Verteilung

Die Karte, die von der New York Times erstellt und auf Twitter geteilt wurde, zeigt deutlich, dass die USA den meisten anderen Ländern bei der Impfung ihrer Bevölkerung weit voraus sind. Pro 100 Einwohner wurden bisher rund 70 verabreicht (Stand 28. April 2021). Die europäischen Länder verzeichnen im Schnitt etwa 30 Dosen pro 100 Einwohner, wobei sich das Vereinigte Königreich etwa auf dem selben Level befindet, wie die USA.

Ernüchternd dagegen die Zahlen vom afrikanischen Kontinent. Hier zeigt die Karte, dass viele afrikanische Länder und andere weltweite Entwicklungsländer mit sehr weit zurückliegen. Hier werden im Schnitt nur etwa 1,1 Impfungen pro 100 Einwohner gemeldet.

Dieser Inhalt stammt von einem Drittanbieter. Um diesen anzuzeigen, müssen Sie Ihre Datenschutzeinstellungen ändern.
Dazu hier klicken.

Andrew Stroehlein, der European Media Director von Human Rights Watch, der die Karte auf Twitter teilte, behauptet, sie zeige, dass "die derzeitige Bereitstellung extrem ungleichmäßig ist".

"Reiche Regierungen nehmen die knappen Vorräte in Beschlag. 83 Prozent der Impfungen, die weltweit gespritzt wurden, wurden in Ländern mit hohem und mittlerem Einkommen verabreicht. Nur 0,2 Prozent in Ländern mit geringem Einkommen", zeigt sich Stroehlein auf Twitter empört..

Twitter-Nutzer machen ihrem Ärger Luft

Ob der ungerechten weltweiten Impfstoff-Verteilungen und den Fortschritten ihren eigenen Ländern machten viele Nutzer ihrem Ärger bei Twitter Luft.

"Ich bin zwar dafür, dass wir Impfungen weltweit unterstützen sollten, aber Australien hat es noch nicht mal annähernd geschafft, alle seine eigenen Einwohner zu impfen. Unsere Regierung versagt auf ganzer Linie, sowohl national als auch global“, twitterte eine Frau.

Ein Mann zeigt mit dem Daumen nach oben, nachdem er im St. John’s Well Child and Family Center in der Abraham Lincoln High School in Los Angeles seine erste Covid-19-Impfung erhalten hat. (Bild: Getty Images)
Ein Mann zeigt mit dem Daumen nach oben, nachdem er im St. John’s Well Child and Family Center in der Abraham Lincoln High School in Los Angeles seine erste Covid-19-Impfung erhalten hat. (Bild: Getty Images)

Anfang des Monats erklärte der australische Premierminister Scott Morrison, dass das Ziel, die ganze Bevölkerung bis Oktober zu impfen, aufgrund von Problemen mit dem AstraZeneca-Impfstoff nicht einzuhalten sei.

Als Reaktion auf die Karte twitterte eine Frau: "Schande, Schande" für die USA.

Eine weitere Nutzerin beschwerte sich über die Gier der Menschen.

"Es ist beschämend. Jeder versucht, heimlich und schnell unter dem Tisch zu ziehen, während die globale Wirtschaft und die lokalen Wirtschaften verwundbar und beschädigt sind", war von einem anderen Twitter-Nutzer zu lesen.

USA, GB, EU versprechen Hilfe für Indien

Vor allem die Situation in Indien, wo derzeit etwa 40 Prozent der täglichen Neuinfektionen weltweit stattfinden, beunruhigt die Menschen rund um den Globus.

US-Präsident Joe Biden versprach, Indien "in seiner Zeit der Not" zu helfen. Das Weiße Haus gab am Sonntag in einer Erklärung bekannt, dass es Gespräche zwischen dem nationalen Sicherheitsberater Jake Sullivan und seinem indischen Pendant Ajit Doval gegeben habe.

Seit Tagen verzeichnet Indien immer höher Neuinfektions- und Todeszahlen.

Britische Studie: Bereits nur einmal Geimpfte sind deutlich weniger ansteckend

Amerika wird Ressourcen schicken, um Indien bei der Herstellung der Covishield-Impfung zu unterstützen, und außerdem Medikamente, Schnelltest-Kits und Beatmungsgeräte bereitstellen.

Die Ankündigung aus Washington kam, nachdem bereits Großbritannien, Frankreich und Deutschland am Wochenende Hilfe zugesagt hatten.

Großbritannien schickt über 600 medizinische Geräte nach Indien

Großbritannien schickt über 600 medizinische Geräte, darunter Sauerstoffkonzentratoren und Beatmungsgeräte. Die Ausrüstung stammt aus Überschussbeständen und die erste Lieferung sollte laut britischem Außenministerium am Dienstagmorgen in Neu-Delhi eintreffen.

"Wir stehen Seite an Seite mit Indien als Freund und Partner in einer zutiefst besorgniserregenden Zeit im Kampf gegen Covid-19", sagte der britische Premierminister Boris Johnson.

"Wir werden in dieser schwierigen Zeit weiterhin eng mit der indischen Regierung zusammenarbeiten und ich bin fest entschlossen, sicherzustellen, dass GB alles in seiner Macht stehende tut, um die internationale Gemeinschaft im globalen Kampf gegen die Pandemie zu unterstützen."

Warten auf den Pieks: Was tun, wenn mich der Impfneid packt?

Auch die Europäische Union sagte Indien Hilfen zu und aktivierte ihr EU-Katastrophenschutzverfahren, um auf Anfrage aus Delhi Sauerstoff und Medikamente zu schicken.

"Wir sind alarmiert über die epidemiologische Situation in Indien. Wir sind bereit zu unterstützen“, schrieb Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Sonntag auf Twitter.

Dieser Inhalt stammt von einem Drittanbieter. Um diesen anzuzeigen, müssen Sie Ihre Datenschutzeinstellungen ändern.
Dazu hier klicken.

Josh Dutton

VIDEO: Indien: Sauerstoff im Tempel für Corona-Patienten