Was passiert, wenn man das Mittagessen auslässt?

·Freie Autorin

Ist Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages? An dieser Frage scheiden sich die Geister, doch Ernährungsexperten warnen nun davor, das Mittagessen zu unterschätzen. Was passiert, wenn man es auslässt?

Keine Zeit für die Mittagspause? Das kann sich auf die Gesundheit auswirken. (Symbolbild: Getty Images)
Keine Zeit fürs Mittagessen? Das kann sich auf die Gesundheit auswirken. (Symbolbild: Getty Images)

An stressigen Arbeitstagen fehlt gerade mittags die Zeit zum Kochen – oder auch nur fürs Essen. Nicht wenige überspringen das Mittagessen also einfach. Andere lassen eine Mahlzeit weg, um abzunehmen, und auch hier fällt die Wahl gerne auf das Mittagessen. Kein Problem, denn schließlich ist ja das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages, richtig?

Tatsächlich ist das Mittagessen genauso wichtig, wie Ernährungsexpertin Jen Bruning von der Academy of Nutrition and Dietetics gegenüber Huffpost erklärt.

Die frühen Mahlzeiten am Tag sind die wichtigsten

Das Auslassen jeder Mahlzeit mache es schwieriger, die nötigen Nährstoffe für den Tag zu bekommen. Ganz besonders gelte das für Frühstück und auch Mittagessen. "Generell ist es hilfreicher, den größeren Teil der täglichen Kalorienzufuhr früher am Tag zu sich zu nehmen, weil man noch so viel vor sich hat, für das man Energie braucht", sagt Bruning.

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Was aber, wenn sich die Arbeit auf dem Schreibtisch stapelt oder die Familie Aufmerksamkeit braucht? Laut Bruning sollte man sich gerade dann die Zeit für eine ausgewogene Mahlzeit nehmen. "Diejenigen, die zu Hause bei ihrer Familie sind, bieten Kindern damit ein gutes Vorbild in Sachen gesunde Ernährung", erklärt die Expertin. Im Büro biete das Mittagessen eine Gelegenheit für den Austausch mit Kollegen, was das Arbeitsklima verbessere und die Bindung zu anderen Mitarbeitern stärke. Zudem könne nur produktiv sein, wer sich wertvolle Pausen gönnt.

Was im Körper passiert, wenn man das Mittagessen auslässt

Gelegentlich das Mittagessen zu verpassen, ist nicht weiter schlimm. Auf Dauer kann es jedoch weitreichende Auswirkungen auf Ernährung und Stoffwechsel haben, wie Bruning und die Internistin Linda Anegawa im Gespräch mit Huffpost warnen. Folgende Folgen kann es haben, mittags nichts zu essen:

  • Nahrung wird schlechter verwertet: Der Körper gewöhnt sich an eine geringe Kalorienzufuhr und fährt den Stoffwechsel auf Dauer herunter.

  • Heißhungerattacken: Bis zum Abend entwickelt sich Heißhunger, was zu Verlangen nach kalorienreichem, zuckerhaltigem und oft ungesundem Essen führt. Studien haben erwiesen, dass Menschen, die Mahlzeiten regelmäßig komplett weglassen, seltener Gemüse, frisches Obst und Vollkornprodukte zu sich nehmen.

  • Der Blutzuckerspiegel leidet: Zu viel auf einmal zu essen, während man tagsüber gefastet hat, lässt den Blutzucker rapide in die Höhe schnellen, was auf Dauer zu Diabetes führen kann.

  • Antriebslosigkeit und schlechte Laune: Tagsüber zu wenig zu essen, führt zu Unterzucker, worunter Produktivität, Antrieb und auch die Stimmung leiden.

Gesundes Grün, leichte Proteine, wertvolle Kohlenhydrate in Form von Hülsenfrüchten und etwas Obst: So könnte ein perfektes Mittagessen aussehen. (Bild: Getty Images)
Gesundes Grün, leichte Proteine, wertvolle Kohlenhydrate in Form von Hülsenfrüchten und etwas Obst: So könnte ein perfektes Mittagessen aussehen. (Bild: Getty Images)

Entscheidend ist indes nicht nur, dass man mittags isst, sondern dass diese Mahlzeit auch möglichst ausgewogen ist: Ballaststoffreiche Kost wie Vollkornprodukte oder Hülsenfrüchte, fettarmes Protein und vor allem viel Gemüse sind die beste Wahl.

Lieber das Abendessen weglassen?

Ist es also ratsamer, die letzte Mahlzeit am Tag zu überspringen und stattdessen morgens und mittags kräftig zuzugreifen? Bruning rät auch davon ab. "Ich bin kein Freund davon, irgendeine Mahlzeit regelmäßig wegzulassen", sagt sie. "Schon ein kleines Abendessen kann dabei helfen, am Ende des Tages die Energiereserven aufzufüllen, damit sich der Körper im Schlaf ausreichend regenerieren kann."

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Wer Probleme damit hat, mittags etwas zu sich zu nehmen, soll sich laut Internistin Anegawa fragen, was die Gründe dafür sind - ob man wegen der Arbeit keine Zeit dafür hat, auf Diät ist oder in der Mittagspause lieber ins Fitnessstudio geht. "Das alles ist problematisch", sagt die Ärztin. "Wir können die Bedürfnisse unseres Körpers nicht ignorieren." Man solle sich über die Gründe im Klaren werden und zugleich auf seinen Körper hören, wie er auf die fehlende Mahlzeit reagiert. Lässt die Energie am Nachmittag langsam nach? Bekommt man Heißhunger auf Süßes? Bekommt man schlechte Laune?

Spätestens bei einem dieser Anzeichen sollte man - so schwer es auch fällt - seine Gewohnheiten ändern und beispielsweise lieber nach Feierabend ins Fitnessstudio gehen und darauf vertrauen, dass man nach einer erholenden Mittagspause umso mehr Arbeit erledigt bekommt.

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