Was steckt hinter der Schaufensterkrankheit?

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Was ziemlich putzig klingt und einen an Fashionistas wie Carrie Bradshaw in “Sex and the City“ denken lässt, ist in Wahrheit eine ziemlich gefährliche Krankheit, die im Extremfall sogar tödlich enden kann. Das Tückische: Bei den ersten Symptomen kommt fast niemand auf die Idee, dass dahinter etwas Ernstes stecken könnte.

Die Schaufensterkrankheit sollte man ernst nehmen. (Symbolbild: Getty Images)

Die Schaufensterkrankheit verdankt ihren Namen einem Symptom, das Betroffene zeigen können und das bei ihnen eine bestimmte Reaktion hervorruft: Sie verspüren plötzlich einen Schmerz in den Beinen, der sie beispielsweise beim Bummeln durch die Stadt dazu bringt, stehen zu bleiben und ihren Zustand damit zu überbrücken oder zu tarnen, dass sie sich ein Schaufenster anschauen.

Was steckt hinter der Krankheit?

Mediziner sprechen in einem solchen Fall von der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK), die meistens die Blutgefäße der Beine und seltener der Arme betrifft. Dabei führt eine Arterienverkalkung (Arteriosklerose) zu starken Einengungen oder dem kompletten Verschluss von Gefäßen, wodurch die Muskulatur nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird und es zu Durchblutungsstörungen der Extremitäten kommt. Die Verkalkung kann Arterien im ganzen Körper betreffen und erhöht damit auch das Risiko der Patienten, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu bekommen.

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PAVK verläuft in vier Stadien

PAVK birgt eine besondere Tücke: Gerade im Anfangsstadium ist die Krankheit für Betroffene nicht erkennbar. Erste Symptome wie die genannten krampfartigen Schmerzen im Bein, der Wade, dem Oberschenkel oder Gesäß entwickeln sie erst im zweiten Stadium. Im dritten Stadium treten die Schmerzen dann nicht mehr nur während des Gehens, sondern auch im Sitzen oder Liegen auf. Im vierten Stadium führt die mangelnde Sauerstoffversorgung zur Zerstörung von Gewebe, was eine Amputation nötig machen kann. Wird die Krankheit nicht behandelt, kann sie zum Tod führen.

Erste Symptome sind meist krampfartige Schmerzen im Bein, der Wade oder dem Oberschenkel. (Symbolbild: Getty Images)

Das sind die Risikofaktoren

Einige Faktoren erhöhen das Risiko, eine Verschlusskrankheit zu bekommen. Die wichtigsten sind Rauchen, Diabetes mellitus, Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte. Des weiteren eine ungesunde Ernährung mit viel Fleisch und Fett, Übergewicht, Bewegungsmangel sowie eine genetische Veranlagung. Betroffen sind vor allem ältere Menschen und darunter vor allem Männer.

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Wie wird die Krankheit erkannt?

Besteht der Verdacht einer PAVK, kann der Arzt den sogenannten Knöchel-Arm-Index bestimmen. Mit einem Ultraschallgerät misst er den Blutdruck an den Armen und in den Beinen und vergleicht sie miteinander. Da der Blutdruck in den Beinen normalerweise gleich hoch oder sogar höher ist als in den Armen, sollte der Wert über eins liegen. Ist er kleiner als 0,9, deutet das auf eine Durchblutungsstörung in den Beinen hin. Daneben gibt es auch andere diagnostische Verfahren, die auf eine Krankheit hinweisen könne, etwa eine Blutuntersuchung.

Behandlung und Prävention

Sind Arterien verkalkt und verengen damit die Gefäße, kann ein Arzt einen Arterienkatheter einsetzen und die Verengung damit lösen. Wer sein persönliches Risiko klein halten möchte, sollte auf Zigaretten und Alkohol verzichten, sich mit viel Gemüse und Obst gesund ernähren und darauf achten, dass er sich möglichst viel bewegt.

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